NewsAuslandFrankreich will Krebsmortalität um die Hälfte senken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Frankreich will Krebsmortalität um die Hälfte senken

Donnerstag, 20. Februar 2014

Paris – Rund 1,5 Milliarden Euro wird Frankreich von 2014 bis 2019 im Rahmen seines dritten sogenannten Anti-Krebs-Planes investieren. Das erklärte Staatspräsident François Hollande in Paris. „Auch wenn heute in Frankreich die Hälfte der Krebsfälle geheilt werden kann, so sterben jährlich 150.000 Patienten durch die Krankheit“, teilte die Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland mit. Dies liege vor allem „an der mangelnden Früherkennung und Behandlung, an der Lebensführung vor und nach einer Erkrankung und am stärkeren Tabakkonsum“, so die Botschaft. Der neue Plan umfasst vier Leitgedanken mit 17 Einzelmaßnahmen:

„Mehr Patienten heilen“ ist der erste Leitgedanke. Medizinische Fortschritte wie neue Diagnose- und Früherkennungsmethoden sollen dazu beitragen. Der Plan zielt aber auch darauf ab, soziale und territoriale Ungleichheiten abzubauen. „Außerdem wird der Austausch der Ärzte untereinander mit der vollständigen Umsetzung der Krebspatienten­akte bis Ende 2015 nachhaltig verbessert“, heißt es in einer Mitteilung der französischen Regierung.

Der zweite Leitgedanke zielt auf die Lebensqualität: Eine umfassende und auf den Patienten zugeschnittene Versorgung soll diese steigern.

Anzeige

Prävention ist die dritte Säule des Planes: Sie soll die Zahl der Krebstoten in den kommenden 20 Jahren um die Hälfte reduzieren. „Aus diesem Grund wird der Schwerpunkt der Forschung auf die Entwicklung präventiver und therapeutischer Ansätze gelegt“, hieß es aus der französischen Regierung. Zu diesem Punkt gehört auch eine Kampagne gegen das Rauchen.

Außerdem will Frankreich – viertens – die Patientenposition stärken. Dies gilt vor allem für die Anwendung innovativer Heilmethoden, die Arzneimitteltherapie und die Frei­stellung von Zuzahlungen bei bestimmten chirurgischen Eingriffen. Vorsorge­unter­suchungen für wenig Begüterte sollen gratis erfolgen und ohne das die Versicherten in Vorleistung zu gehen brauchen.

Den ersten Anti-Krebs-Plan hatte 2003 der damalige Staatspräsidenten Jacques Chirac für den Zeitraum 2003 bis 2007 ausgerufen. Der Folgeplan für den Zeitraum 2009 bis 2013 hatte sein Nachfolger Staatspräsident Nicolas Sarkozy initiiert. Der jetzt von Staatspräsident Hollande vorgestellte dritte Plan basiert unter anderem auf den Ergebnissen von fünf Arbeitsgruppen, die sich aus Experten, Wissenschaftlern, Medizinern, Patientenvereinigungen und anderen zusammensetzten und vom Ministerium für Soziales und Gesundheit und dem Ministerium für Hochschulwesen und Forschung geleitet wurden. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

25. September 2020
Marseille – In Frankreich ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 auf rund 16.000 gestiegen und hat damit einen neuen Höchststand erreicht. Zugleich regt sich erstmals massiver
Neuer Höchststand von Neuinfektionen in Frankreich
24. September 2020
Paris – Wegen des ungebremsten Anstiegs der SARS-CoV-2-Neuinfektionen greift Frankreich zu noch schärferen Maßnahmen: In der am stärksten betroffenen Stadt Marseille müssen ab übermorgen alle Bars und
Frankreich verschärft Coronamaßnahmen weiter
16. September 2020
Paris – Seit gut zwei Wochen gehen mehr als zwölf Millionen Kinder und Jugendliche in Frankreich wieder zur Schule – doch wegen Coronafällen sind aktuell mehr als 90 Einrichtungen geschlossen.
Rund 90 Schulen und Fakultäten in Frankreich wegen Corona geschlossen
11. September 2020
Paris – In Frankreich steigt die Anzahl der Coronainfizierten weiter und hat einen Rekordwert erreicht. Binnen 24 Stunden wurden gestern 9.843 neue Fälle von SARS-CoV-2 verzeichnet, wie das
Frankreich: Zahl Coronainfizierter pro Tag erreicht Rekordwert – fast 10.000
8. September 2020
Paris – In der Coronapandemie will Frankreich die Quarantänezeit für SARS-CoV-2-Infizierte und ihre Kontaktpersonen von derzeit 14 auf sieben Tage reduzieren. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Olivier Véran
Frankreich will Coronaquarantäne auf sieben Tage verkürzen
7. September 2020
Paris – Frankreich hat gestern sieben neue SARS-CoV-2-Risikogebiete ausgewiesen. Damit gelten nach Angaben der Regierung nun 28 der rund 100 französischen Verwaltungsbezirke als „rote Zonen“, wo das
Frankreich weist sieben neue Corona-Risikogebiete aus
3. September 2020
Paris – In Frankreich hat ein Ärzteverband Berufsbeschwerde gegen den Virologen Didier Raoult bei der regionalen Ärztevereinigung eingelegt. Diese muss nun über mögliche Sanktionen entscheiden. In der
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER