NewsPolitikAuch subjektive Armut belastet die Gesundheit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Auch subjektive Armut belastet die Gesundheit

Donnerstag, 20. Februar 2014

dpa

Berlin – Das Gefühl, arm zu sein, kann die Gesundheit älterer Menschen massiv beeinträchtigen. Das berichten die Ökonomin Maja Adena vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH und ihr Kollege Michal Myck vom DIW Berlin, Center for Economic Analysis. Für ihre Studie werteten sie Daten einer repräsentativen Befragung der über Fünfzigjährigen in Europa aus, dem „Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe“.

Ihre Ergebnisse für Deutschland und elf weitere europäische Länder zeigen: Ältere Menschen, die sich selbst als arm einschätzen, erkranken deutlich häufiger (38 Prozent) und erleiden eher einen gesundheitlichen Rückschlag (48 Prozent). Auch die Wahr­schein­lichkeit, früher zu sterben, ist bei ihnen weitaus höher – bei Männern dieser Altersgruppe um 40 Prozent.

Anzeige

Die Wissenschaftler unterscheiden in ihrer Studie drei Dimensionen von Armut: die Armut nach Einkommen, nach Vermögen und nach subjektiver Einschätzung. Neben der gefühlten Armut verschlechtert auch die Vermögensarmut den Gesundheitszustand. Wer über 50 ist und kaum oder wenig Vermögen hat, erkrankt deutlich häufiger und erholt sich nach einer Krankheit langsamer. Das aktuelle Einkommen macht dagegen in dieser Studie kaum einen Unterschied, wie gesund oder krank Menschen in der untersuchten Altersgruppe sind.

Die Forscher stellten bei ihren Untersuchungen kaum Überschneidungen zwischen den verschiedenen Formen von Armut fest: Nur acht Prozent der Befragten gelten nach allen drei Definitionen – Einkommen, Vermögen, subjektive Einschätzung – als arm. Die Autoren empfehlen deshalb, dass Wissenschaft und Politik zur Messung von Armut nicht nur das Einkommen heranziehen. „Es braucht weiter gefasste Armutsdefinitionen, um Altersarmut und ihre Folgen abbilden zu können“, schreiben die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #107994
Adolar
am Freitag, 21. Februar 2014, 10:06

Neue Krankheit?

Nein, es ist eine normale Alterserscheinung, daß manche Leute die Realität mehr ausblenden als andere, auch in dieser Hinsicht. Im Alter haben Viele Angst, "für den Notfall" nicht genug Bares zu haben. Obwohl schon um die 80 und der erwartete "Notfall" in diesem Alter vermutlich der letzte sein wird und auch mit viel Geld nicht zu lindern. Diese Angst tritt auch bei Leuten mit 6-7-stelligen Bankkonten auf, und kann durchaus depressive Züge annehmen. Den Leuten fehlt eine sinnvolle Ablenkung im Alter bzw. Tätigkeit.

otfalls ve
LNS

Nachrichten zum Thema

2. August 2019
Berlin – Trotz des Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahre und der gesunkenen Arbeitslosigkeit bleibt die Armutsquote in Deutschland hoch. Insbesondere Alleinerziehendenhaushalte und Paare mit drei
Arme Kinder werden immer ärmer
30. Juli 2019
Berlin – Hunderttausende Menschen leben in Deutschland ohne eigene Wohnung. Nach Schätzungen seien im Verlauf des Jahres 2017 insgesamt 650.000 Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen gewesen, teilte
Wohnungslosenhilfe: Hunderttausende ohne eigene Wohnung
25. Juli 2019
Wiesbaden – Das Armutsrisiko in Deutschland ist regional immer noch sehr unterschiedlich verteilt. Während im vergangenen Jahr in Bayern (11,7 Prozent) und Baden-Württemberg (11,9 Prozent) etwa jeder
Armutsrisiko in Deutschland noch immer regional unterschiedlich
10. Juli 2019
New York – Der Klimawandel und die weltweit zunehmende soziale Ungleichheit gefährden den Erfolg der UN-Nachhaltigkeitsziele. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Vereinten Nationen, der gestern
Klimawandel gefährdet Nachhaltigkeitsziele
9. Juli 2019
Stuttgart – Kinder aus sozial schwächeren Familien können sich deutlich schlechter auf den Beinen halten und bewegen als Gleichaltrige aus besser gestellten Schichten. Insgesamt seien bei den
Soziale Herkunft hat Einfluss auf motorische Fähigkeiten
27. Juni 2019
Berlin – Die Bundesregierung muss sich stärker für die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen engagieren. Deutschland dürfe die Ziele, die voraussichtlich nicht fristgerecht
Konsequentere Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele nötig
27. Juni 2019
Düsseldorf – Die Zahl der Wohnungslosen in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist erneut drastisch gestiegen. Zum Stichtag 30. Juni 2018 waren mehr als 44.400 Menschen von Kommunen und Einrichtungen in freier
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER