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Medizin

Mittelohrdrainage: Topische Antibiotika lindern Otorrhö am besten

Donnerstag, 20. Februar 2014

dpa

Utrecht – Die akute Otorrhö, eine häufige Komplikation nach Einlage von Pauken­röhrchen, konnte in einer pragmatischen Studie im New England Journal of Medicine (2014; 370: 723-733) durch antibiotikahaltige Ohrentropfen effektiver gelindert werden als durch systemische Antibiotika. Eine abwartende Haltung war die schlechteste Strategie.

Die Einlage von Paukenröhrchen in das Trommelfell soll bei Patienten mit persistierender Mittelohrentzündung das Hörvermögen verbessern. Bei Kindern mit häufiger akuter Mittelohrentzündung werden die Röhrchen auch zur Rezidivprophylaxe eingelegt. Bei vielen Kindern kommt es allerdings zu einem Ausfluss, dessen unangenehmer Geruch eine bakterielle Infektion des Mittelohrs vermuten lässt und häufig Anlass für eine systemische Antibiotikagabe ist. Besser und auch schneller wirksam waren in einer randomisierten Studie Ohrentropfen mit einer Kombination der beiden topischen Antibiotika Colistin und Bacitracin mit Hydrocortison.

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An der Studie hatten 230 Kinder im Alter von 1 bis 10 Jahren teilgenommen. Sie wurden nach der Bestätigung der Diagnose durch einen HNO-Arzt auf drei Therapiearme rando­misiert. Im ersten Arm wendeten die Mütter bei ihren Kindern dreimal täglich über 7 Tage die Ohrentropfen an. Im zweiten Arm wurden die Kinder über sieben Tage mit einer oralen Antibiotikasuspension (Amoxicillin–Clavulanat) behandelt. Im dritten Arm wurden die Eltern gebeten, vorerst keine Behandlung durchzuführen.

Wie Thijs van Dongen vom Universitair Medisch Centrum Utrecht und Mitarbeiter berichten, erwiesen sich die Ohrentropfen als die mit Abstand beste Therapie: Eine Otorrhö war nach 2 Wochen nur bei 5 Prozent der Kinder noch nachweisbar. Eine orale Antibiotikabehandlung hatte das Ziel bei 44 Prozent der Kinder nicht erreicht. Im Studienarm mit abwartender Haltung waren es sogar 55 Prozent der Patienten, also mehr als die Hälfte. Die Ohrentropfen hatten auch die Dauer der Otorrhö auf 4 Tage verkürzt gegenüber 5 Tagen unter der oralen Antibiotikatherapie und 12 Tagen bei der abwartenden Haltung.

Angesichts dieser Ergebnisse ist für van Dongen eine abwartende Haltung keine Option bei einer akuten Otorrhö. Die Ohrentropfen waren zwar für 21 Prozent der Kinder unangenehm bis schmerzhaft. Sie wirkten aber deutlich schneller als die systemischen Antibiotika und vermieden darüber hinaus die gastrointestinalen Beschwerden, über die 23 Prozent der Kinder nach einer oralen Antibiotikatherapie klagten. © rme/aerzteblatt.de

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