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Medizin

Neue Methode zur Verlaufsprognose von schwarzem Hautkrebs

Freitag, 21. Februar 2014

Tübingen/Regensburg – Die Prognose von Patienten mit malignem Melanom hängt wesentlich von der Anzahl der Krebszellen im Wächterlymphknoten im Verhältnis zu den Lymphknotenzellen ab. Das berichten Anja Ulmer von der Universitätshautklinik Tübingen und Christoph Klein, Lehrstuhl für experimentelle Medizin und Therapiever­fahren am Universitätsklinikum Regensburg in der Zeitschrift Plos Medicine (DOI: 10.1371/journal.pmed.1001604).

Das Melanom, der „schwarze Hautkrebs“, ist ein bösartiger Tumor, der von den pigment­bildenden Zellen der Haut ausgeht. Kennzeichnend für das Melanom ist eine sehr frühe Tumorzellaussaat und Bildung von Metastasen. Die erste Metastasierung des Melanoms erfolgt laut den Wissenschaftlern fast immer in den sogenannten Wächter­lymphknoten, den ersten im Lymphabfluss des Tumors liegenden Lymphknoten. Der Befall des Wächter­­lymphknotens mit Melanomzellen ist für die Prognose des Patienten und für die weitere Therapieplanung entscheidend.

Der Wächterlymphknoten wird bei Melanompatienten operativ entfernt, wenn ein erhöh­tes Risiko einer Metastasierung vorliegt. Anschließend wird der Wächterlymph­knoten feingeweblich untersucht. Die korrekte Unterscheidung zwischen „melanom­positivem“ und „melanomnegativem“ Lymphknoten ist dabei keine einfache Aufgabe, vor allem dann nicht, wenn es sich um kleine Metastasen handelt.

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Die Arbeitsgruppe von Ulmer hat eine neue Technik entwickelt, die es ermöglicht, auch kleinste Ansammlungen von Tumorzellen im Lymphknoten zu finden. Der Lymphknoten wird hierzu durch ein sehr feines Sieb gedrückt. Die Melanomzellen und die gesunden Zellen des Lymphknotens werden damit aus dem Zellverband gelöst. Melanomzellen werden mithilfe einer Färbung markiert und können mit einer Genauigkeit von einer Melanomzelle in einer Million gesunder Zellen unter dem Mikroskop erkannt werden.

In ihrer Studie haben die Wissenschaftler 1.834 Wächterlymphknoten von 1.027 Patienten analysiert. Die Ergebnisse zeigten, dass ein erhöhter Befall des Wächter­lymphknotens signifikant mit einem erhöhten Sterberisiko einhergeht und der Befall ein besserer Indikator für den Krankheitsverlauf darstellt als die feingewebliche Gewebe­untersuchung. Mit der jetzt standardisierten Methode kann auch eine sehr frühe Tumorzellaussaat im Wächterlymphknoten sicher erkannt werden.

„Diese Patienten könnten von weiteren Therapien wie der operativen Entfernung aller Lymphknoten des Lymphabflussgebietes und von neuen Chemoimmuntherapien profitieren“, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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