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Kassenärzte: ASV Onkologie verbessert die Versorgung von Krebspatienten

Freitag, 21. Februar 2014

Köln – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den gestrigen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) von Patienten mit gastrointestinalen Tumoren und Tumoren der Bauchhöhle begrüßt. Er sieht vor, dass diese Patienten künftig in Krankenhäusern und Praxen von interdisziplinären Ärzteteams ambulant versorgt werden können.

„Mit der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung wird sich das Behandlungsan­gebot von Krebspatienten in Deutschland weiter verbessern“, sagte der Vorstands­vorsitzende der KBV, Andreas Köhler. Teams mit hochqualifizierten Vertrags- und Klinikärzten unterschiedlicher Fachrichtungen übernähmen in dem neuen Versorgungs­bereich die Behandlung der Patienten. Von einem Rückschlag, wie die Deutsche Kranken­hausgesellschaft (DKG) behaupte, könne keine Rede sein.

Die DKG hatte kritisiert, dass im Rahmen der ASV nur solche Krebspatienten behandelt werden dürfen, bei denen die Krankheit schon fortgeschritten ist, einen schweren Verlauf genommen oder eine schlechte Prognose hat. Das führt ihrer Ansicht nach dazu, dass Krankenhäuser künftig keine Verdachtsdiagnostik mehr durchführen, Begleiter­kran­kungen nicht mehr wie bisher mit behandeln oder die ambulante Nachsorge vornehmen dürfen.

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„Jeder Krebspatient, der aufgrund der Schwere seiner Erkrankung eine ambulante spezialfachärztliche Versorgung benötigt, wird diese auch erhalten“, erklärte dagegen KBV-Chef Köhler. Dafür stehe ein interdisziplinäres Behandlungsteam bereit, das gegebenenfalls weitere Spezialisten hinzuziehe. „Gott sei Dank benötigen nicht alle Patienten so eine umfassende ambulante Behandlung, weil der Tumor früh erkannt wurde oder nicht so aggressiv ist“, sagte Köhler.

Auch diese Patienten würden selbstverständlich weiterhin ambulant behandelt. Daran ändere sich mit der ASV nichts. Die Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, alle Krebspatienten ambulant spezialfachärztlich versorgen zu könne, gehe deshalb weit über das Ziel hinaus und verunsichere die Patienten. Der Gesetzgeber habe für die ASV bei onkologischen Erkrankungen nur schwere Verlaufsformen mit besonderen Krankheits­verläufen zugelassen. Das müsse der G-BA beachten.

Mit dem G-BA-Beschluss zu den Tumoren des Magen-Darm-Bereichs sind der KBV zufolge grundlegende Voraussetzungen für den Start der ASV zum 1. Juli geschaffen worden. Sämtliche Regelungen wie zum Behandlungsumfang, zur Qualitätssicherung oder zur Vergütung seien für niedergelassene Ärzte und Klinikärzte gleich. „Damit werden die niedergelassenen Fachärzte nicht länger benachteiligt“, betonte Köhler.

Offen sei derzeit noch, welche weiteren spezifischen onkologischen Leistungen die Ärzte im Rahmen der ASV durchführen und abrechnen dürften. Die KBV fordert, dass Leistungen der Onkologie-Vereinbarung, die jetzt bereits eine qualitativ hochwertige ambulante Versorgung von Krebspatienten durch niedergelassene Ärzte garantiert, auch in die ambulante spezialfachärztliche Versorgung aufgenommen werden. „Ansonsten werden die Ärzte in der ASV weniger Honorar für ihre Arbeit erhalten als im Rahmen der Onkologie-Vereinbarung. Das werden wir nicht akzeptieren“, sagte Köhler. Der G-BA will darüber Mitte März entscheiden.

Mit der Onkologie-Vereinbarung haben die KBV und der Spitzenverband der gesetz­lichen Krankenversicherung einen bundesweit einheitlichen Rahmen für die ambulante Behandlung krebskranker Patienten geschaffen. Sie trat zum 1. Oktober 2009 in Kraft und wurde zuletzt im Dezember 2013 geändert.

Die Vereinbarung regelt unter anderem die Voraussetzungen, unter denen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte zulasten der Krankenkassen Krebspatienten behandeln können sowie die Leistungen, die sie abrechnen dürfen. Zugelassen zur Versorgung sind danach nur Internisten mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie sowie Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung medikamentöse Tumortherapie oder einer analogen Qualifikation.

Außerdem sieht die Vereinbarung Mindestzahlen an Patienten vor, die die Ärzte behandeln müssen, um die Qualität der Behandlung zu sichern. Die in der Vereinbarung aufgeführten Leistungen werden extrabüdgetär vergütet. © HK/aerzteblatt.de

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