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Medizin

Prostatakarzinom: Gendefekte bei familiärer Häufung

Freitag, 21. Februar 2014

London –. Eine familiäre Häufung des Prostatakarzinoms weist auf einen Gendefekt als Auslöser des Krebsleidens hin. Eine Studie im British Journal of Cancer (2014; doi: 10.1038/bjc.2014.30) fand bei jedem 14. Patienten eine Loss-of-Function-Mutation in einem von vier DNA-Reparaturgenen.

DNA-Reparaturgene beseitigen Mutationen im Erbgut, die durch ionisierende Strahlung, Chemikalien oder durch Kopierfehler bei der Zellteilung auftreten können. Die bekann­testen Beispiele sind die Brustkrebsgene BRCA 1 und 2, deren Funktionsverlust bei Frauen das Lebenszeitrisiko auf ein Mamma- oder Ovarialkarzinom deutlich erhöht.

BRCA wurde in den letzten Jahren auch mit dem Prostatakarzinom in Verbindung gebracht. Das Team um Zsofia Kote-Jarai vom Institute of Cancer Research in London hat deshalb bei 191 Patienten mit familiärem Prostatakarzinom (zwei oder mehr Erkrankungen unter Blutsverwandten) die Gene von 22 bekannten Tumorsu­ppressorgenen (darunter BRCA1 und 2) untersucht. Sie fanden bei 13 Patienten Mutationen, die das Lesemuster (und damit die Abfolge der Aminosäuren) veränderten oder zu einem verkürzen Protein (durch Auftreten eines Stop-Codons) führten und deshalb den Ausfall des DNA-Reparaturenzyms zur Folge hatten.

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Bei einer Prävalenz von 6,8 Prozent hatte in etwa jeder 14. Patient eine Genmutation, die die Entwicklung des Tumors begünstigt haben könnte. Die Mutationen waren den Forschern zufolge bei den Patienten etwa doppelt so häufig wie in der Normal­bevölkerung (relatives Risiko 1,94; 1,56–2,42), und sie zeigten einen ungünstigen Verlauf der Erkrankung an: Die Genträger hatten zum Zeitpunkt der Diagnose höhere PSA-Werte, die Tumore wurden von den Pathologen als aggressiver eingestuft (hoher Gleason-Score) und sie waren häufiger metastasiert.

Ein Gentest auf die gefundenen Mutationen könnte deshalb wichtige Hinweise für die Therapieplanung liefern, meint Kote-Jarai, die gegenüber den Medien meinte, ein solcher Test könnte in etwa drei Jahren zur Verfügung stehen. © rme/aerzteblatt.de

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