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Resilienz: Nischenthema für Unternehmen

Montag, 24. Februar 2014

Berlin – Erst wenn durch steigende Fehlzeiten oder einen Anstieg der Mitarbeiter mit Burn-out-Symptomen der Druck in Unternehmensführungen zum Gegensteuern wächst, sind sie bereit, externe Beratung zur Problemlösung in Anspruch zu nehmen. Resilienz­konzepte spielen dabei eher eine geringe Rolle. Diese Erfahrung hat Martin Luitjens als Fachberater Gesundheitsmanagement und Supervisor gemacht, wie er kürzlich in Berlin am Rande einer Lesung auf Einladung von Lehmanns media erläuterte. Luitjens berät Organisationen wie Einzelpersonen zu Fragen des Umgangs mit Stress, Burn-out-Erkrankungen und psychischen Krisen.

Unter Resilienz versteht man im Kern die Fähigkeit, trotz widriger Bedingungen zu gedeihen. Zur Veranschaulichung des Begriffs wird häufig das Stehaufmännchen herangezogen, das sich aus jeder Lage wieder aufrichten kann. Menschen mit der Fähigkeit zu Resilienz können Krisen durch den Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen meistern und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. „Resilienz als soziale Fertigkeit ist aus dem Berufsleben nicht mehr wegzudenken und gewinnt besonders in Zeiten des Umbruchs an Bedeutung“, betont Berater Luitjens.

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Es sei aber falsch, Resilienz „als eine Art Zauberkonzept anzusehen, mit dem sich betriebliche Managementprobleme lösen lassen“, warnte Luitjens. Vor allem dürfe es nicht darum gehen, Mitarbeiter durch Trainings lediglich belastbarer machen zu wollen. Auch eine Idee wie die, Resilienz zum Thema in der Führungskräfteausbildung zu machen, entsprechende Seminare aber in erster Linie jenen Mitarbeitern anzubieten, die es nach Auffassung der Geschäftsführer nötig haben, laufe ins Leere.

Als Positivbeispiel für den Umgang mit dem Thema Resilienz führte Luitjens ein Unternehmen mit relativ hohem Krankenstand an, das für seine Mitarbeiter zwei Fortbildungsmodule zum Thema Stressabbau anbot, eines davon als externes mehrtägiges Seminar. Dies sei sinnvoll, weil bei diesem Thema meist erst nach einer gewissen Zeit über Dinge gesprochen werde, die den Mitarbeitern tatsächlich an die Substanz gingen, sagte Luitjens.

Oft werde auch unterschieden, ob Arbeitnehmer aus beruflichen oder privaten Gründen in einer sie sehr belastendenden Situation seien, berichtete er. Aus seiner Sicht macht dies keinen wesentlichen Unterschied: Erkranke ein Mitarbeiter deshalb, sei neben seinem privaten Umfeld ja auch der Arbeitsplatz betroffen. © Rie/aerzteblatt.de

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