Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Mehr Schlaganfälle bei Jüngeren – Risikofaktoren beachten

Montag, 24. Februar 2014

Berlin – Auf die häufig unterschätzten Risikofaktoren eines Schlaganfalls haben die Deut­sche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen. Zu ihnen gehören hoher Blutdruck, Rauchen, hohe Blutzuckerwerte, Bewegungsmangel und falsche Ernährung.

In Deutschland ist der Schlaganfall laut DGN und DSG die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen bei Erwachsenen. Weltweit haben im Jahr 2010 schätzungsweise 16,9 Millionen Menschen einen Schlaganfall erlitten, und 5,9 Millionen von ihnen sind durch den Hirninfarkt gestorben.

Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Global Burden of Disease-Studie hervor, einem Projekt der Weltgesundheitsorganisation und der Weltbank (Lancet 2014; 383:245-254). Das Projekt verfolgt seit 1990 die Entwicklung der häufigsten Erkran­kungen. In den untersuchten 20 Jahren ist es weltweit zu einem Anstieg der Schlag­anfälle um 68 Prozent gekommen. Die Zahl der Todesfälle nahm um 26 Prozent, die Zahl der Lebensjahre mit Behinderungen um zwölf Prozent zu.

„Der Anstieg der Krankheitslast ist nicht allein die Folge der steigenden Lebenser­war­tung“, erläutert Gerhard Hamann, Erster Vorsitzender der DSG und Direktor der Klinik für Neurologie an den Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden. Erschreckend sei auch, dass immer mehr jüngere Menschen einen Schlaganfall erlitten. Betrug der Anteil der 20- bis 64-Jährigen 1990 noch 25 Prozent, so entfielen 2010 laut Hamann bereits 31 Prozent aller Schlaganfälle auf diese Altersgruppe. Zudem trete mittlerweile weltweit jeder 20. Schlaganfall bei Jugendlichen und Kindern auf.

„Die aktuelle Studie hat zwar nicht die Gründe für den weltweiten Anstieg untersucht, wir gehen aber davon aus, dass in vielen Ländern mit dem Wohlstand auch die Risikofak­toren gewachsen sind“, ergänzte Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen und Pressesprecher der DGN.

Die häufigsten Ursachen von Schlaganfällen seien ein zu hoher Blutdruck und Vorhof­flimmern, die durch eine gesunde Lebensweise vermieden oder durch medizinische Behandlung gebessert werden könnten. „Auch hohe Cholesterinwerte, Diabetes, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht und eine ungesunde Ernährung tragen zum Risiko bei“, fügte der Experte aus Essen hinzu. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

16.05.17
Schlaganfall-Report: Europäische Länder vernachlässigen Langzeitversorgung
Brüssel/Gütersloh – Der Forschungsreport „The Burden of Stroke in Europe“ zeigt sehr große Ungleichheiten zwischen, aber auch innerhalb der europäischen Länder. Dies gilt für die gesamte......
10.05.17
Schlaganfall-Risiko­faktor Hypertonie kann hormonell bedingt sein
Mainz – Ein zu hoher Aldosteronspiegel könnte bei rund sechs Prozent der Patienten mit Bluthochdruck ein Auslöser der Erkrankung sein. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).......
26.04.17
Anxiolytikum möglicherweise hilfreich bei zerebralen Blutungen
Tianjin – Die Hemmung einer spezifischen Entzündungsreaktion durch das Anxiolytikum Etifoxine könnte den neuronalen Schaden einer Hirnblutung wesentlich senken. Davon gehen Forscher um Qiang Liu an......
24.04.17
Framingham-Studie sieht Süßstoff als Schlaganfall- und Demenzrisiko
Boston – Zwei neue Analysen der Framingham Heart Studie stellen die Sicherheit von Süßgetränken infrage, vor allem wenn sie mit künstlichen Süßstoffen versetzt sind. Laut einer Publikation in Stroke......
10.04.17
Schlaganfall wird im neuen ICD als neurologische Erkrankung kodiert
Berlin – Im neuen internationalen Diagnosenschlüssel ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden Schlaganfälle in der Gruppe der neurologischen Erkrankungen erscheinen. Bislang wurden sie als......
02.04.17
Schlafmangel erhöht Risiko auf Herzinfarkt und Schlaganfall
Shenyang – Menschen mit Einschlaf- oder Durchschlafstörungen sowie solche, die unter einem nicht erholsamen Schlaf leiden, haben einer Meta-Analyse im European Journal of Preventive Cardiology (2017;......
24.03.17
Protein von Spinnengift könnte Gehirnschäden nach Schlaganfall mindern
Sydney – Ein Protein in einem tödlichen Spinnengift könnte einer Studie zufolge Hirnschäden nach einem Schlaganfall verringern. Wissenschaftler in Australien extrahierten für ihre Versuche ein Protein......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige