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Ausland

Smog in China: Zahl der Atemwegserkrankungen verdoppelt

Montag, 24. Februar 2014

Peking im Smog /dpa

Peking – Rund 15 Prozent der Einwohner Chinas leidet unter extremen Smog – betroffen sind vor allem der Norden und Osten des Landes. Immer mehr Patienten müssen mit Atemwegs- und Augenproblemen ins Krankenhaus. In Peking wurde heute die zweit­höchste Alarmstufe „Orange“ den vierten Tag in Folge aufrechterhalten. Die Schad­stoffbelastung verharrte auf einem „gefährlich“ hohen Niveau, warnten die Behörden. Auch die Provinzen Hebei, Shandong, Henan, Shanxi und Shaanxi leiden unter der schweren Luftverschmutzung.

Die Schadstoffe aus China wehen sogar bis in die südkoreanische Hauptstadt Seoul, wo die Stadtregierung die Menschen aufforderte, nicht vor die Tür zu gehen. Auch das Gesundheitsamt von Peking warnte vor gesundheitlichen Folgen und rief besonders ältere Menschen und Kinder auf, daheimzubleiben. Die 20 Millionen Einwohner der Hauptstadt sollten sich mit Atemmasken schützen, wenn sie nach draußen müssten. Den Pekingern wird empfohlen, ihre Autos stehenzulassen und öffentliche Verkehrsmittel zu nehmen.

„Wir haben viel mehr Patienten mit Atemwegsentzündungen“, berichtete eine Schwester des großen Chaoyang Hospitals Viele Pekinger Krankenhäuser seien „voller Patienten“, berichtete die Zeitung „Beijing Ribao“. Mehr als ein Drittel leide unter Problemen, die durch den Smog ausgelöst worden seien.

Die Zahl der Patienten mit akutem Asthma und Lungenemphysemen in Pekings Kranken­häusern habe sich seit Donnerstag verdoppelt, berichtete das Staatsradio. Die Belastung mit dem besonders gefährlichen Feinstaub mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer (PM2,5) lag heute wie seit Tagen nahezu unverändert bei dem 12- bis 16-Fachen des von der Welt­gesund­heits­organi­sation empfohlenen Grenzwertes.

Als Reaktion auf den Smog wurden in der Stadt Shijiazhuang in der um Peking herum liegenden Provinz Hebei gestern vorerst je nach Endziffer des Nummernschildes ein Fünftel der Autos von der Straße genommen. Mehrere Betriebe der Stahlindustrie mussten schließen. Auch in Peking wurden nicht näher beschriebene 36 Unternehmen geschlossen, während 75 die Produktion drosseln mussten.

Die Alarmstufe „Orange“ in der Hauptstadt war am Freitag zum ersten Mal in diesem Winter ausgerufen worden. In der Bevölkerung herrschte angesichts der schwer erträglichen Luftverschmutzung aber wenig Verständnis, warum nicht die höchste Stufe „Rot“ ausgerufen und einschneidende Maßnahmen wie ein Fahrverbot für die Hälfte der Autos ergriffen und mehr Fabriken geschlossen werden.

Ärzte warnen vor den gesundheitlichen Gefahren des Smogs besonders für ältere und kränkliche Menschen sowie Kinder. Hohe Schadstoffbelastungen schwächten das Immunsystem und könnten den Ausbruch von Atemwegsproblemen oder Herz- und Kreislauferkrankungen erleichtern. Besserung ist erst zum Ende der Woche in Sicht. © dpa/aerzteblatt.de

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