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Patientensicherheit erfordert Praxisbezug in der Ausbildung

Donnerstag, 27. Februar 2014

Aachen – Neben den in Fachgremien diskutierten Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit hat klinisches Personal weitergehende und konkrete Vorstellungen davon, wie die Häufigkeit von Fehlern in der medizinischen Behandlung reduziert werden könnte. Eine repräsentative Befragung von 470 Ärzten, Pflegekräften, Angehörigen anderer Gesundheitsberufe sowie technischem und administrativem Personal in deutsch­sprachigen Kliniken, die von der RWTH Aachen durchgeführt wurde, verdeut­licht, welche Brisanz die Beschäftigten dem Thema in ihrem beruflichen Alltag beimessen.

Die Befragung war explizit an die Praktiker in der Patientenversorgung adressiert, von denen mehr als 70 Prozent die Gelegenheit wahrnahm, in offenen Fragen konkrete Vorschläge zu formulieren. Auffallend häufig werden mehr Transparenz und Kommuni­kation als Teil einer zu etablierenden Fehlerkultur gefordert, des Weiteren eine bessere personelle Ausstattung und vor allem eine stärkere Verknüpfung von Theorie und Praxis beziehungsweise mehr praktische Anteile in der Ausbildung.

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Dieses erscheint mehr als notwendig vor dem Hintergrund, dass das Sicherheitsniveau auf Stationen und Abteilungen auf lediglich 71 Prozent, der Grad der Fehlerfreiheit sogar nur auf 65 Prozent eingeschätzt wurden.

Umgekehrt zeigen die Antworten, dass sicherheitsrelevante Maßnahmen wie zum Beispiel CIRS (Critical Incident Reporting System, 63 Prozent) oder routinemäßige Patientenidentifikation (65-73 Prozent) inzwischen eine weitere Verbreitung gefunden haben, als dies die Krankenhausbefragung zum Einführungsstand des klinischen Risikomanagements (Lauterbach, Blum, Briner, Lessing 2010) ergeben hat. Nichtsdesto­weniger werden Defizite offenbar, etwa beim Team-Timeout im Operationssaal oder der Regelmäßigkeit von Fehler- und Komplikationsbesprechungen.

Die weitere Auswertung des Fragebogens am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin des Universitätsklinikums Aachen wird vorerst aufgeschoben, um in einer Onlinebefragung noch einmal nachzufassen, da der Anteil der teilnehmenden Ärzte nur 9 Prozent beträgt, womit sie deutlich unterrepräsentiert sind. Der Fragebogen ist unter folgender URL aufrufbar: https://www.soscisurvey.de/pas2014 © EB/aerzteblatt.de

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