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Diabetologen hoffen auf Bio-Reaktor mit Inselzellen

Donnerstag, 27. Februar 2014

Stuttgart/Dresden – Einen sogenannten Bio-Reaktor mit Insulin-produzierenden Insel­zellen haben Dresdener Wissenschaftler unter Leitung von Stefan Bornstein entwickelt. Bornstein ist Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus.

Die Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes ist bislang unheilbar. Betroffene müssen ihr Leben lang Insulin spritzen. Die Transplantation einer Bauchspeicheldrüse oder insulin­produzierender Zellansammlungen kann ihre Lebensqualität deutlich verbessern. Der Nachteil ist, dass die Betroffenen dann ihr Leben lang Medikamente einnehmen müssen, um das Abwehrsystem zu unterdrücken.

Andernfalls stößt dieses das fremde Organ, beziehungsweise die fremden Zellen, ab. „Die Transplantation kam daher bislang nur für einen kleinen Teil der Typ-1-Diabetiker in Frage, die bestimmte Kriterien erfüllen mussten. Erschwerend kommt hinzu, dass es nicht ausreichend Spenderorgane gibt“, erläutert der Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), Helmut Schatz aus Bochum.

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Den Dresdner Forschern ist es nun gelungen, einen sogenannten Bio-Reaktor zu ent­wickeln, der im Körper die Funktion der Bauchspeicheldrüse übernimmt und selbst­­­ständig Insulin produziert. Die Zellen darin werden durch eine Dose vor der körper­eigenen Immunabwehr geschützt, so dass die Immunsuppression entfällt. Gleichzeitig kann das Insulin aber in den Körper gelangen. Noch ist diese Therapie in der Erprobung. „Wir gehen aber davon aus, dass das System in fünf Jahren eine Option bei der Behandlung des Diabetes sein wird“, erläutert Bornstein.

Für den Experten sind mit dem System auch ganz neue, bisher undenkbare Optionen vorstellbar. So könnten Patienten künftig sogar insulinproduzierende Zellen vom Schwein eingesetzt werden. Da sie im Bio- Reaktor mit dem Körper nicht direkt in Kontakt kommen, würde das menschliche Immunsystem sie nicht abstoßen. „Damit wäre auch das Problem fehlender Spenderorgane gelöst“, so Schatz. © hil/aerzteblatt.de

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