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Ärzteschaft

Sachsen-Anhalt: Mediziner aus dem Ausland keine Lösung für den Ärztemangel

Freitag, 28. Februar 2014

Magdeburg – Noch mehr Ärzte aus dem Ausland anzuwerben ist laut der Kassen­ärzt­lichen Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt kein Patentrezept gegen den Ärztemangel in dem Bundesland. „Die Sprachbarrieren sind mitunter sehr hoch und gerade in der Haus­arztmedizin müssen die Ärzte sehr gut deutsch sprechen und verstehen“, sagte der KV-Vorsitzende Burkhard John heute Morgen im MDR-Fernsehen. Der Sender beschäf­tigte sich gestern in verschiedenen Beiträgen mit dem Ärztemangel.

„Wir setzen eher auf Maßnahmen im Land“, betonte John. Sehr wichtig sei, die Medizin­studierenden schon früh auf die Möglichkeiten zur Niederlassung hinzuweisen. Dabei gehe es nicht nur um die Hausarzt-Medizin, sondern auch um andere Fächer, zum Beispiel die Augenheilkunde. Die KV habe daher Stipendien für Medizinstudierende eingeführt, zunächst zusammen mit dem Land und der AOK, im Augenblick trage die KV die Stipendien aber allein.

Außerdem sei es wichtig, Medizinstudierende zur Patientenversorgung zu motivieren, damit nicht zu viele Absolventen in die Forschung oder in alternative Berufsfelder abwanderten.

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John wies darauf hin, dass es wegen der demografischen Entwicklung in Zukunft noch mehr Multimorbide geben werden. Für diese Patienten sei der Hausarzt als Lotse beson­ders wichtig. Die KV Sachsen Anhalt habe daher zusammen mit der Ärztekammer des Bundeslandes eine Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin eingerichtet, um die Weiter­bildung stringenten und damit attraktiver zu machen.

Auf die Möglichkeit, eine Hausarztpraxis zunächst als Filialpraxis der KV zu übernehmen, wies die Internisten Anett Lüders aus Letzlingen in dem Fernsehbeitrag hin. Letzlingen ist ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt. Ihr habe die Filialpraxis beim Einstieg in die ambulante Medizin dabei geholfen, sich mehr auf die Patientenversorgung als auf Managementaufgaben in der Praxis zu konzen­trieren. Mittlerweile sei sie aber mit den Abläufen vertraut und habe daher die Praxis – mit einer Förderung des Landes – von der KV übernommen.

© hil/aerzteblatt.de

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