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Politik

Ethikrat-Vorsitzende für Recht auf Nichtwissen über Erbgut

Sonntag, 2. März 2014

Berlin – Angesichts der zunehmenden Möglichkeiten der Pränataldiagnostik hat die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Christiane Woopen, ein Recht auf Nichtwissen der genetischen Abstammung auch für Ungeborene gefordert. „Es gibt ein Recht auf Wissen und eines auf Nichtwissen. Darüber hinaus gibt es ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung“, sagte Woopen der in Berlin erscheinenden tageszeitung.

Es müsse jedem Menschen selbst überlassen bleiben, ob er seine genetische Ausstattung kennen möchte, betonte die Medizinethikerin. „Das heißt, entscheiden zu dürfen, wer sonst noch informiert werden darf. Diese Rechte aber würden hinfällig, wenn man schon vor der Geburt oder im Kindesalter alles untersuchte. Wir Erwachsene würden uns untereinander niemals zubilligen, einen anderen ohne dessen Einwilligung untersuchen zu dürfen. Dieser Grundsatz muss mit Blick auf sein späteres Leben auch schon für das Ungeborene gelten“, so Woopen.

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Woopen nannte es sinnvoll, die Grenze selbst dann hart zu ziehen, wenn die Eltern große Angst davor hätten, ihren Kindern ein hohes Risiko für bestimmte Krankheiten wie Brustkrebs oder Darmkrebs zu vererben. „Selbstverständlich habe ich großes Verständnis dafür, dass in Familien, in denen es eine solche Erkrankung gibt, die Angst davor ganz erheblich und belastend sein kann. Und doch können Eltern daraus meines Erachtens nicht das Recht ableiten, ihr Kind untersuchen zu dürfen“, betonte Woopen. © dpa/aerzteblatt.de

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Mathilda
am Dienstag, 4. März 2014, 09:11

Jawohl, es gibt ein Recht auf Nicht-Wissen - und eines auf Wissen!

Richtig, Eltern und Kind haben ein recht auf nichtwissen. das heißt in erster Linie, dass niemand, und vor allem keine amtliche oder staatliche Stelle Eltern dazu verpflichten darf, das eigene Erbgut und das ihrer Kinder analysieren zu lassen. es gibt aber auch ein recht auf Wissen - und Eltern haben das Recht, alles für ihre Gesundheit und die ihrer Kinder mögliche zu tun, wenn sie dies möchten. Und da hat keine amtliche Stelle, und insbesondere kein Ethikrat und kiene christliche Ethikerin ihnen hineinzureden. Inwiefern Kinder diese Informationen dann detailliert erhalten und ob sie das Wissen darüber später ablehnen könne, ist ihre Sache. Wenn meine Eltern unbedingt jahrhundertealte Stammbäume aufstellen wollen, können sie dies tun - und ich kann ablehnen, sie mir anzuschauen.
LNS

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