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Medizin

Antikörpertherapie hilft bei Hyposensibilisierung

Montag, 3. März 2014

Stanford – Eine Vorbehandlung mit Omalizumab könnte bei Patienten mit multiplen Allergien die Hyposensibilisierungstherapie verstärken. Wissenschaftler um Kari Nadeau am Stanford Hospital & Clinics und Lucile Packard Children's Hospital Stanford berichten in Allergy, Asthma & Clinical Immunology über erste Ergebnisse ihrer Phase-I Studie (http://dx.doi.org/10.1186/1710-1492-10-7 ).

Rund acht Prozent aller Kinder leiden unter Nahrungsmittelallergien. Von diesen Kindern sind laut den Autoren etwa 30 Prozent von multiplen Allergien betroffen. Besonders diese multiplen Allergien bereiten in der Hyposensibilisierungstherapie Probleme, da sie über sehr lange Zeiträume (Median 85 Wochen) behandelt werden müssen.

Dies erfordere nicht nur ein hohes Maß an Compliance, sondern steigere auch die Therapiekosten. Die Allergien selbst zwingen die Eltern der betroffenen Kinder zusätzlich zu Krankenhausbesuchen und können zu Arbeitszeitverlusten führen. Laut den Wissen­schaftlern entstehen in den USA so jährlich Kosten von rund 25 Milliarden Dollar.

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Da die Behandlung mit Omalizumab teuer ist, messen die Wissenschaftler dem Kosten­argument eine entscheidende Bedeutung zu. Omalizumab ist ein Antikörper, der sich gezielt gegen IgE richtet. Die Neutralisierung von IgE kann allergische Reaktionen abmildern. Gegenwärtig wird Omalizumab bei schwerem Asthma Bronchiale eingesetzt.

Die Wissenschaftler rekrutierten 25 Patienten mit multiplen Nahrungsmittelallergien (Altersmedian sieben Jahre) und behandelten sie acht Wochen vor der geplanten Hyposensibilisierung mit Omalizumab. Sie führten die Behandlung mit Omalizumab über weitere acht Wochen nach Therapiestart fort. Der primäre Endpunkt der Studie war erreicht, wenn die Patienten vier Gramm der allergenen Proteine essen konnten.

Die Patienten unter Omalizumabtherapie erreichten diesen primären Endpunkt wesentlich früher als Vergleichspatienten, die keine Antikörpertherapie erhielten (Median 18 Wochen versus Median 85 Wochen). Schon zu Therapiebeginn vertrugen die Studien­patienten höhere Initialdosen als die Vergleichsgruppe. Allergische Reaktionen während der Hyposensibilisierungstherapie traten mit einer Häufigkeit von 5,3 Prozent auf. Die Wissenschaftler konnten außerdem in 60 Prozent der Fälle eine zusätzliche Hyposensibilisierung gegen Allergene beobachten, die nicht Teil des Therapieprotokolls waren.

Omalizumab könnte laut der Arbeitsgruppe ein wirksamer Verstärker der Hyposensi­bilisierungstherapie sein. Ob sich die zusätzliche Behandlung auch in größeren Patientenkollektiven bewährt, soll eine geplante Phase-II-Studie zeigen.

© hil/aerzteblatt.de

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