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Medizin

Referenzdaten für Nervenfaseranalyse am Rücken erschienen

Mittwoch, 5. März 2014

München – Alters- und geschlechtsbezogene Normdaten für die sogenannte Quantitativ Sensorischen Testung (QST) am Rücken hat der Deutsche Forschungsverbund Neuro­pathischer Schmerz (DFNS) herausgegeben. Es geht dabei um Sensibilitäts­verän­derungen bei Patienten nach Gürtelrose. „Wir können jetzt auch bei Schmerzen, Über­empfindlichkeiten und Missempfindungen im Bereich des Rückens schnell einord­nen, ob und welche Werte innerhalb der Norm liegen“, erläutert Doreen Pfau, Universität Heidelberg. Die Studie ist in der Zeitschrift Pain erschienen (doi: 10.1016/j.pain.2014.02.004).

In einem Teil der Studie dienten die neuen Normwerte zur Bewertung der QST-Daten von über 70 Patienten, die eine veränderte Schmerzempfindlichkeit der Haut nach Gürtelrose aufwiesen. Diese so genannte postherpetische Neuralgie befällt laut den Autoren meist den Rücken.

„Interessanterweise konnten wir bei Patienten mit postherpetischer Neural­gie im Bereich des Rückens bestimmte Muster an Sensibilitätsveränderungen beobach­ten, die sich von anderen Nervenschmerzerkrankungen unterscheiden. Dabei war fast die Hälfte der Patienten überempfindlich auf leichte Berührungen“, so Elena Krumova von der Ruhr Universität Bochum.

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Die Quantitativ Sensorischen Testung nach dem Standard des Forschungsverbundes prüft mit sieben Tests die Wahrnehmung und das Schmerzempfinden für Kälte, Wärme, feine und spitze Berührungen sowie Vibration und Druck und dauert pro Testareal etwa 30 Minuten. „Die neuen QST-Normwerte ermöglichen uns, Sensibilitätsveränderungen bei verschiedensten Schmerzerkrankungen des Rückens detailliert zu analysieren“, sagt Christoph Maier, von der Ruhr Universität Bochum.

Die Ergebnisse der jeweiligen Testung erlaubten Rückschlüsse auf die Nerven­schä­digung, also ob feine oder dickere Nervenfasern oder das zentrale oder periphere Nervensystem betroffen seien. „Letztlich helfen uns solche Informationen, eine möglichst zielgerichtete mechanismenbasierte Therapie für den individuellen Patienten zu finden“, so Maier.

© hil/aerzteblatt.de

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