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Medizin

Kater hindert nicht am Trinken

Dienstag, 4. März 2014

dpa

Columbia – Unwohlsein nach übermäßigem Alkoholgenuss scheint nicht nachhaltig vor erneutem Alkoholkonsum abzuhalten, so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie in Alcoholism: Clinical & Experimental Research (http://dx.doi.org/10.1111/acer.12386). Die Forscher um Thomas Piasecki an der University of Missouri konnten in ihrer Analyse nur eine moderate Verzögerung bis zum nächsten Alkoholgenuss erkennen.

Kopfschmerzen, Übelkeit und Leistungsschwäche: Das schlechte Gefühl nach dem Trinken ist vielen bekannt. Die Symptome entsprechen medizinisch einer leichten Alkoholintoxikation. Trotz dieser direkt spürbaren Folgen ist der Zusammenhang zwischen einer milden Alkoholintoxikation und erneutem Alkoholkonsum uneindeutig.

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Sowohl Resistenz als auch eine besondere Anfälligkeit für das Unwohlsein wurden in unterschiedlichen Studien als Risikofaktoren für Alkoholprobleme beschrieben. Wenn auch der Kater eine negative Folge des Alkoholkonsums ist, erachten vor allem jüngere Trinker diesen nicht als vermeidenswerte Konsequenz, berichten die Forscher.

Die Wissenschaftler schlossen 386 Probanden in ihre Studie ein, die hauptsächlich im sozialen Kontext trinken. Die Teilnehmer dokumentierten über 21 Tage ihr Trinkverhalten und eventuelle Kater mittels elektronischer Tagebücher. Während der Beobachtungszeit gab es 2.276 Trinkepisoden, denen 463 Kater folgten.

Die Zeit bis zum nächsten alkoholischen Getränk wurde von den Forschern als „time to next drink“ erfasst. Unter den verkaterten Teilnehmern verlängerte sich diese Zeit um lediglich sechs Stunden. Die Frage, wann und ob erneut getrunken wurde, schien laut der Arbeitsgruppe eher vom Wochentag und den sonstigen Freizeitplänen abzuhängen.

Aus psychologischer Sicht sei das Phänomen verständlich, so die Forscher: Das Unwohlsein nach dem Trinken trete erst Stunden nach dem eigentlichen Konsum auf. Klassische Konditionierungsmechanismen zeigten daher hier nur wenig Wirkung. Der Kater werde eher als lästiges Übel abgetan und nicht als ernstzunehmende Konsequenz des Trinkens, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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