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Medizin

Schlaf­apnoe-Patienten anfälliger auf Pneumonie

Dienstag, 4. März 2014

Taipeh – Das Schlafapnoe-Syndrom begünstigt nächtliche Aspirationen, was das Risiko auf eine Pneumonie erhöht, wie jetzt eine Kohortenstudie aus Taiwan im Canadian Medical Association Journal (2014; doi: 10.1503/cmaj.131547) zeigt.

Das Team um Kun-Ta Chou von der Universität in Taipeh hat die Daten der staatlichen Kran­ken­ver­siche­rung ausgewertet, über die heute fast die gesamte Bevölkerung des Landes versorgt wird. Die Forscher wählten 6.816 Patienten aus, bei denen im Jahr 2000 die Diagnose eines Schlafapnoe-Syndroms gestellt worden war und verglichen sie mit jeweils vier Kontrollen gleichen Alters und Geschlechts sowie ähnlicher Komorbidität.

In den Folgejahren wurden 9,36 Prozent der Schlafapnoe-Patienten wenigstens einmal wegen einer Pneumonie behandelt. In der Kontrollgruppe waren es nur 7,77 Prozent. Dies ergibt nach den Berechnungen von Chou eine adjustierte Hazard Ratio von 1,19, die mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,08 bis 1,30 ein signifikant erhöhtes Pneumonie-Risiko der Schlafapnoe-Kranken anzeigt.

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Bei den Patienten, denen zur Therapie eine CPAP-Beatmung verordnet worden war, lag die Hazard Ratio mit 1,32 (1,12–1,55) etwas höher. Eine mögliche Erklärung ist die vergleichsweise hohe Krankheitsaktivität bei Patienten, denen Beatmungsgeräte verordnet werden. Laut Chou ist es aber nicht ausgeschlossen, dass die nächtliche Beatmung den Abtransport der Atemsekrete behindert oder durch die Luftbefeuchtung den Eintritt von Bakterien in die Atemwege begünstigt. © rme/aerzteblatt.de

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