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Ärzteschaft

Hartmannbund lehnt „Express-Über­weisungen“ ab

Mittwoch, 5. März 2014

Berlin – Ein „gänzlich ungeeignetes Instrument“ ist das Modell der sogenannten Express-Überweisung nach Auffassung des Hartmannbundes (HB). Sie ist als Instrument in der Diskussion, um Patienten einen schnelleren Zugang zum Facharzt zu gewähren. „Abge­sehen davon, dass die Debatte über angeblich lange Wartezeiten auf Facharzttermine ohnehin an der populistischen Oberfläche geführt wird, würde durch die Einführung einer solchen Überweisung insbesondere in die Hausarztpraxen ein Problem ganz neuer Art hineingetragen“, warnte der HB-Vorsitzende Klaus Reinhardt.

In der Vergangenheit hätten Haus- und Fachärzte sich, wenn nötig, kurz abgestimmt, um für Patienten bei Bedarf einen besonders schnellen Termin zu erhalten. Werde die „Express-Überweisung“ eingeführt, sähe sich in Zukunft jeder Hausarzt einem poten­ziellen Disput mit seinem Patienten darüber ausgesetzt, ob dieser nun eine Express- oder nur eine normale Überweisung wert sei.

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„Allen, die das Thema einer gesonderten Überweisung in den vergangenen Wochen aufgebracht oder befördert haben, müssen wir leider unterstellen, dass sie von der Situation der Realversorgung im ärztlichen Alltag weit entfernt sind“, sagte Reinhardt.

Laut dem HB liegt das eigentliche Problem an anderer Stelle – nämlich im Honorar­system. „Dieses ist nach wie vor so angelegt, dass die Kollegen zu hohen Fallzahlen gezwungen sind. Da sind angesichts sinkender Kapazitäten der medizinischen Versorgung hier und da Wartezeiten schlicht systemimmanent“, sagte Reinhardt.

Wichtig sei außerdem, die Patienten über eine sozialverträgliche Selbstbeteiligung in die Verantwortung zu nehmen. Dafür spräche neben den hohen Fallzahlen auch die Tatsache, dass jeder Patient im Schnitt 1,8 Hausärzte konsultiere, so der HB-Vorsitzende. © hil/aerzteblatt.de

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