NewsÄrzteschaftKBV-Vertreter­versammlung spricht sich für eine ungeteilte Körperschaft aus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KBV-Vertreter­versammlung spricht sich für eine ungeteilte Körperschaft aus

Mittwoch, 5. März 2014

Köln – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat sich am vergangenen Freitag für eine einheitliche Vertretung von Hausärzten, Fachärzten und Psychotherapeuten ausgesprochen. Ein entsprechender 10-Punkte-Konsens der Vorsitzenden von elf Kassenärztlichen Vereinigungen (Bayerns, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen) wurde angenommen. Die KV-Vorstände hatten sich ein Zehn-Punkte Papier der VV-Vorsitzenden von mehreren KVen zu eigen gemacht, das diese im Vorfeld der jüngsten VV formuliert hatten.

Angesichts der jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Haus- und Fachärzten im Vorstand und in der KBV-VV heißt es in der Einleitung zu den zehn Punkten: „Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten stehen für eine ungeteilte KV, in der in den Organen und Gremien unabhängig von der Zugehörigkeit zu Versorgungsebenen ein gleich­berechtigter und respektvoller Umgang miteinander gelebt wird.“  Einer der zentralen Punkte dürfte die Forderung sein, dass die Organisationsstruktur von KBV und KVen gewährleisten muss, dass alle ärztlichen und psychotherapeutischen Interessen gleich­berechtigt einfließen.

Die zehn Grundpositionen der Vorsitzenden der 13 KVen, die am 28. Februar bei der KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung in Berlin zur Abstimmung stehen:

1. Das KV-System steht uneingeschränkt für die Freiberuflichkeit des Arztes und Psychotherapeuten ein.

2. Die Interessen von angestellten Vertragsärzten und -psychotherapeuten in der ambulanten Versorgung werden gleichberechtigt neben denen der selbständig tätigen Ärzte vertreten.

3. KVen vertreten im gesetzlichen Auftrag ihre Mitglieder gemeinsam und einheitlich unabhängig von der Zuordnung zu einem Versorgungsbereich.

4. Die Interessen von Vertragsärzten und -psychotherapeuten sind im KV-System gleichberechtigt.

5. Das KV-System organisiert eine gemeinsame, flächendeckende ambulante Versorgung im gesetzlichen Sicherstellungsauftrag. Hierzu muss die Zusammenarbeit der Versorgungsebenen weiter gefördert werden.

6. Sinnvolle Interessenvertretung der KVen bedeutet die offene und gemeinsame Auseinandersetzung mit den Grundsatzfragen der ambulanten Versorgungsstruktur und deren Weiterentwicklung, auch im Kontext der ambulant-stationären Zusammenarbeit.

Bei versorgungsbereichs- und sektorübergreifenden Entscheidungen sind die zuständigen Gremien dem Interessenausgleich der Betroffenen verpflichtet.

7. Die Organisationsstruktur von KBV und KVen muss gewährleisten, dass alle ärztlichen und psychotherapeutischen Interessen gleichberechtigt einfließen.

8. Berufsverbände / freie Arztverbände sind wichtige Interessenvertretungen ihrer Mitglieder. Alle Entscheidungsebenen des KV-Systems arbeiten eng mit ihnen zusammen. Die Mandatsträger des KV-Systems halten sich als Repräsentanten aller KV-Mitglieder frei von Bindungen an verbandliche Partikularinteressen.

9. Selektivverträge sind eine sinnvolle Ergänzung zum Kollektivvertrag, in denen neue Konzepte vor der Übernahme in die Regelversorgung erprobt werden können.

10. Disparitäten in der Vergütung zwischen den Fachgruppen bedürfen der ständigen Überprüfung. Dies schließt auch Anpassungen des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) ein.

Anzeige

Darauf zielt ein weiterer Beschluss der VV, in dem sie den Satzungsausschuss beauftragt, eine Binnenstruktur zu eta­blieren, die einen fairen Interessen­ausgleich zwischen den Fachgruppen garantiert. Das berichtete der Vorsitzende der KBV-VV, Hans-Jochen Weidhaas, direkt im Anschluss an die in großen Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindende Sitzung. Weid­haas wollte diesen Satzungs­beschluss auch als ein Signal an die Politik verstanden wissen.

Denn der Koalitionsvertrag greift eine Forderung des Deutschen Hausärzte­verbandes auf, die eine paritätische Besetzung der VVen auf KBV- und KV-Ebene vorsieht, die über ihre Belange jeweils eigenständig ent­scheiden. Nach Ansicht vieler Befür­worter des KV-Systems birgt das die Gefahr, die Ärzteschaft zu spalten.

Zu den am Freitag verabschiedeten Grundpositionen gehört deshalb neben der Freiberuflichkeit von Ärzten und Psychotherapeuten der Anspruch, dass KVen im gesetzlichen Auftrag ihre Mitglieder gemeinsam und einheitlich unabhängig von der Zuordnung zu einem Versor­gungs­bereich vertreten.

Die KVen könnten das jedoch nur dann sinnvoll tun, wenn sich deren Organe offen und gemein­sam mit den Grund­satzfragen der ambulanten Versorgung und deren Weiterentwicklung, auch im Kontext der ambulant-stationären Zusammenarbeit ausein­andersetzten.

Mandatsträger des KV-Systems müssten sich als Repräsentanten aller KV-Mit­glieder frei von Bindungen an Berufsverbände und deren Partikular­interessen halten. © HK/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Juni 2019
Berlin – Der eTerminservice steht seit dem 25. Januar 2016 den Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) im Internet und im Sicheren Netz der KVen (SNK) zur Verfügung. Über erste
Mehr als 100.000 Praxen nutzen eTerminservice
27. Mai 2019
Münster – Ein hoher Takt bei der Gesetzgebung, schwindende Qualität sowie zu wenig ärztliche Expertise: Bei der Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kritisierten
KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung: „Ärztliche Termine sind kein Konsumgut“
27. Mai 2019
Münster – Gegen zunehmende staatliche Eingriffe in die Selbstverwaltung hat sich heute in Münster erneut der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ausgesprochen. Bei der
Gassen wehrt sich gegen staatliche Eingriffe in die Selbstverwaltung
27. Mai 2019
Münster – Vor „Kollateralschäden“ durch das geplante Faire-Kassenwahl-Gesetz hat heute in Münster der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan
Hofmeister: Das Faire-Kassenwahl-Gesetz verursacht „Kollateralschäden“
27. Mai 2019
Münster – Sicherheitsbedenken vieler niedergelassener Ärztinnen und Ärzte gegenüber der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) und den Konnektoren hat der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zu
KBV-Vorstand Kriedel: Konnektoren sind sicher
5. April 2019
Berlin – Das Thema Qualitätsmanagement (QM) ist in der ambulanten Versorgung fest verankert. Das geht aus dem neue Qualitätsbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor. Demnach weisen
KBV veröffentlicht neuen Qualitätsbericht
15. März 2019
Berlin – Einen Tag nach der Verabschiedung des umstrittenen Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) hat sich die Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) heute
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER