NewsMedizinMammakarzinom: Yoga bessert Lebensqualität nach Strahlentherapie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Mammakarzinom: Yoga bessert Lebensqualität nach Strahlentherapie

Mittwoch, 5. März 2014

dpa

Houston – Yoga kann Brustkrebspatientinnen helfen, die Strapazen einer Strahlen­therapie zu ertragen und sich im späteren Leben besser zurecht zu finden. Dies zeigt eine randomisierte kontrollierte Studie im Journal of Clinical Oncology (2014; doi: 10.1200/JCO.2012.48.2752), die erstmals die Wirkungen von Yoga und einfachen Streckübungen verglich.

Viele Brustkrebspatientinnen erhalten nach der Operation eine Strahlentherapie, die sich in der Regel über mehrere Wochen erstreckt. Während dieser Zeit sind die Patientinnen fast täglich in der Strahlenklinik. Das Team um Lorenzo Cohen, Leiter am Integrative Medicine Program des M. D. Anderson Cancer Center in Houston, einer der größten Behandlungszentren für Krebserkrankungen in den USA, hat dies zum Anlass genommen, 191 Brustkrebspatientinnen auf eine begleitende Yoga-Therapie, auf einfache Streckübungen oder auf eine Kontrollgruppe ohne entsprechende Anleitungen zu randomisieren. Die Forscher kooperierten dabei mit der Swami Vivekananda Yoga Anusandhana Samsthana oder S-VYASA, einer Yoga-Akademie in Bangalore, Indien.

Anzeige

Die Yoga-Sitzungen, aber auch die Streckübungen fanden über einen Zeitraum von sechs Wochen (parallel zur Strahlentherapie oder während der Wartezeit) dreimal wöchentlich statt. Endpunkte waren die Veränderungen der Antworten in einem Fragebogen zur Lebensqualität sowie Fragen zu einigen häufigen Begleiterscheinungen der Krebs­therapie wie Fatigue, Depression oder Schlafstörungen. Außerdem wurden zu mehreren Zeitpunkten mehrfach täglich Speichelproben entnommen, um die Konzen­tration des Stresshormons Cortisol zu bestimmen.

Wie Cohen mitteilt, war der Abfall der täglichen Cortisol-Werte im Yoga-Arm am stärksten ausgeprägt. Für den Mediziner Cohen ist dies ein Hinweis, dass die Yoga-Übungen den Frauen geholfen haben, den durch die Erkrankung und die Behandlung bedingten Stress am besten abzubauen. Dies sei auch deshalb wichtig, weil ein gestörter Cortisol-Tagesrhythmus die Prognose beim Mammakarzinom ungünstig beeinflussen könne.

Die Frauen im Yoga-Arm berichten über eine Linderung der Fatigue, unter der viele Brustkrebspatientinnen nach der Strahlentherapie leiden. In diesem Endpunkt erzielten auch die Streckübungen eine signifikante Wirkung im Vergleich zur Kontrollgruppe. In puncto körperliche Lebensqualität war die Yoga-Gruppe Cohen zufolge jedoch gegen­über den Streckübungen im Vorteil.

Die Yoga-Übungen hätten es den Patientinnen erleichtert, nach der Radiotherapie die Rückkehr in ihr normales Alltagsleben zu finden. Ein Einfluss auf Depression und Schlafqualität war jedoch weder für die Yoga-Sitzungen noch für die Streckübungen nachweisbar.

Cohen plant jetzt mit Unterstützung des US-National Cancer Institute eine Phase-III-Studie, die die Wirkung von Yoga bei Brustkrebspatientinnen weiter untersuchen soll. Er hofft darin, die Kostenträger vom ökonomischen Nutzen der Therapie überzeugen zu können, der sich unter anderem aus einer früheren Rückkehr der Patientinnen in ein produktives Arbeitsleben ergeben könnte. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. Oktober 2020
Berlin – Künftig umfasst der Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) vier biomarkerbasierte Brustkrebstestverfahren. Einen entsprechenden Beschluss hat heute der Gemeinsame
Drei weitere Biomarker-Tests bei Brustkrebs als Entscheidungshilfe
12. Oktober 2020
Köln – Circa 90 Prozent der neudiagnostizierten Mammakarzinome sind bei Diagnose in einem frühen Stadium, also ohne Fernmestastasen. Die Erkrankung ist mit einem multimodalen Therapiekonzept meist
„Wichtig ist, dass wir bei den Eskalations- und Deeskalationsstrategien leitliniengerecht vorgehen“
30. September 2020
Bonn – Brustkrebs bei Männern ist selten, pro Jahr erhalten nur etwa 700 Männer in Deutschland diese Diagnose. Laut einer Studie der Universitätsklinik Bonn profitieren sie zwar von den
Brustkrebs beim Mann: Behandler sehen Versorgungsdefizite
30. September 2020
Heidelberg – In den USA erkranken altersstandardisiert mehr Frauen an Brustkrebs als in Deutschland. Aber die Sterblichkeit ist offenbar deutlich geringer. Das berichten Wissenschaftler des Deutschen
Sterblichkeit wegen Brustkrebs bei älteren Frauen in Deutschland höher als in den USA
22. September 2020
Lugano/Köln – Der CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib senkt bei Frauen mit frühem Hormonrezeptor-positivem (HR+), Her2-negativem (Her2-) Brustkrebs und hohem Rückfallrisiko die Rate invasiv rezidivierter und
Frühes Mammakarzinom: CDK4/6-Inhibitor Abemaciclib senkt das Rezidivrisiko deutlich
3. September 2020
Köln – Viele Versorgungsaspekte des gültigen Chronikerprogramms (Disease Management Programm, DMP) Brustkrebs sollten oder könnten überarbeitet werden. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des
IQWiG sieht Änderungsbedarf beim Chronikerprogramm zu Brustkrebs
2. September 2020
Köln – Bestimmte Patientinnen mit Brustkrebs können von einer Therapie mit dem PARP-Inhibitor Talazoparib profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im
VG WortLNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER