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Medizin

Zweites HIV-infiziertes Baby nach Behandlung ohne Virus

Donnerstag, 6. März 2014

Washington – Neue Hoffnung auf eine Heilung von HIV-infizierten Babys durch eine Therapie direkt nach der Geburt: In den USA ist ein kleines Mädchen, das mit HIV geboren und sofort behandelt wurde, seit elf Monaten ohne jede Virus-Spur. Diese Erfolgsmeldung verkündeten die behandelnden Ärzte aus Los Angeles am Mittwoch auf einer Expertenkonferenz in Boston.

Allerdings wollten sie dabei ausdrücklich noch nicht von einer „Heilung" sprechen. Es ist der zweite derartige Fall: Im US-Bundesstaat Mississippi lebt ein inzwischen dreijähriges Mädchen, das ebenfalls sofort nach der Geburt behandelt worden war. Es nimmt seit 21 Monaten keine Medikamente mehr und ist noch immer HIV-frei.

Das Baby in Los Angeles wurde von einer HIV-infizierten Mutter zur Welt gebracht und hatte sich im Mutterleib infiziert. Vier Stunden nach der Geburt wurde mit einer antire­troviralen Therapie begonnen. Innerhalb von sechs Tagen seien alle HI-Viren zerstört gewesen, berichtete die Ärztin Yvonne Bryson. Dem kleinen Mädchen, das bei Pflege­eltern lebt, gehe es gut. Es bekommt derzeit immer noch Medikamente. Wenn es zwei Jahre alt ist, wollen die Ärzte über ein Ende der Behandlung entscheiden.

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Obwohl eine antiretrovirale Therapie während der Schwangerschaft die Infektion von Föten in 98 Prozent der Fälle verhindert, kommen jährlich immer noch mehr als 260.000 Kinder zur Welt, die im Mutterleib mit HIV infiziert wurden. Besonders häufig sind die Fälle in Entwicklungsländern.

Die bisher einzige anerkannte Heilung eines Aids-Patienten ist der Fall des US-Bürgers Timothy Brown, bei dem in den 90er Jahren in Berlin Aids diagnostiziert worden war. Die Heilung setzte bei dem als „Berliner Patient" bekannt gewordenen Brown ein, nachdem ihm wegen einer Leukämie-Erkrankung Spender-Knochenmark transplantiert worden war, das eine seltene genetische Veränderung aufwies. Diese Therapie kann aber nicht massenhaft bei den 33 Millionen HIV-Infizierten weltweit angewendet werden.

© afp/aerzteblatt.de

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