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Hochschulmedizin kritisiert Studium ohne universitäre Standards

Donnerstag, 6. März 2014

Berlin – Standards für das „Akademische Franchising“ von Studiengängen mahnen die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und die Deutsche Hochschulmedizin an. Unter Franchising im Hochschulbereich versteht die HRK, dass die Hochschule zwar den akademischen Grad verleiht, die Studienprogramme aber Partnerorganisationen anbieten.

„Mit der Begründung, etwas für den ärztlichen Nachwuchs zu tun, gehen Krankenhäuser in verschiedenen Bundesländern dazu über, ein Medizinstudium ‚light‘ anzubieten. Sie arbeiten dafür mit ausländischen Bildungsanbietern zusammen, die sich neue Märkte erschließen wollen“, sagt Heyo Kroemer, Präsident des MFT. Wer in Deutschland an einer nichtstaatlichen Franchising-Ausbildung teilnimmt, solle nach der Vorstellung ausländischer Anbieter das in Deutschland geltende Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsrecht sowie die staatliche Qualitätssicherung umgehen können.

„Während an Lehrkrankenhäusern, die ja gerade keine Universitätskliniken sind, die praktische Ausbildung von Studierenden nur unter Aufsicht einer Universität erfolgen darf, nutzt man solche Konstruktionen, um komplette Medizinstudiengänge zu vermarkten“, erläutert Volker Hildebrandt, Generalsekretär des MFT.

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Im Unterschied zu öffentlichen Universitäten, an denen Studiengebühren abgeschafft wurden, seien beim privaten Franchising erhebliche Studiengebühren zu entrichten, so eine weitere Kritik. In der Regel fehle vor Ort die Vorklinik, in der die Studierenden an Universitäten die naturwissenschaftlichen und medizinischen Grundlagen erlernen könnten. Eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis sei so nicht möglich, hieß es von HRK und Hochschulmedizin.

„Es gibt Medical Schools in Deutschland, an denen kein einziger Lehrstuhlinhaber tätig ist“, kritisieren die Organisationen. Doch das Medizinstudium sollte auch nach EU-Re­gularien mehr sein als lediglich Unterricht am Krankenbett. „Der Verzicht auf anerkannte und im internationalen Wettbewerb berufene Universitätsprofessoren sowie fehlende, aber sonst erforderliche Infrastrukturen für Lehre und Forschung gefährden die Qualität der Ausbildung und der späteren Patientenversorgung“, warnte der Präsident des MFT.

Die Deutsche Hochschulmedizin ist der Dachverband des Medizinischen Fakultätentages (MFT) und des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands. © hil/aerzteblatt.de

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