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Ärzteschaft

KBV fordert Darmkrebsprävention für Männer schon vor dem 50. Lebensjahr

Freitag, 7. März 2014

Berlin– Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat gefordert, die Altersgrenze für Männer bei der Darmkrebsprävention abzusenken. Männer hätten ein erhöhtes Darmkrebsrisiko und erkrankten etwa fünf bis zehn Jahre früher als Frauen, so die KBV.

„Wir setzen uns aus diesem Grund dafür ein, dass die Altersgrenze für Männer bei der Früherkennung von Darmkrebs herabgesetzt wird“, erklärte KBV-Vorstand Regina Feldmann. Aktuell erhalten gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren eine Beratung beim Arzt und haben fortan jährlich die Möglichkeit, einen Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl (Okkultbluttest) durchführen zu lassen.

Mit 55 Jahren haben sie Anspruch auf eine präventive Darmspiegelung. Ist der Befund der ersten Spiegelung unauffällig, kann nach zehn Jahren eine weitere durchgeführt werden. Alternativ ist alle zwei Jahre ein Okkultbluttest möglich. „Leider nehmen Männer auch seltener an der Darmkrebsvorsorge teil als Frauen, doch gerade sie sollten die Untersuchung so früh wie möglich in Anspruch nehmen“, sagte Feldmann.

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Der KBV zufolge haben seit Einführung der Untersuchung 2002 bis zum Jahresende 2012 rund 4,95 Millionen anspruchsberechtigte Versicherte zwischen 55 und 74 Jahren das Angebot einer Darmspiegelung wahrgenommen. Die Teilnahmerate betrage damit bei Männern etwa 20 Prozent und 22 Prozent bei den Frauen.

„Offensichtlich benötigen Patienten einen gewissen Zeitrahmen, um sich für eine angebotene Maßnahme zu entscheiden“, so Feldmann. Auch aus diesem Grund sollten die gesetzlichen Krankenkassen für ihre männlichen Versicherten die Kosten für eine frühere Inanspruchnahme des Darmkrebs-Früherkennungsprogramms übernehmen. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 8. März 2014, 21:41

Der zweite Schritt vor dem ersten?

Da kann ein international anerkannter Experte wie Professor Dr. med. Jürgen Riemann, der sich mit der Stiftung "LebensBlicke" dem Kampf gegen Darmkrebs verschrieben hat, noch so intensiv erläutern, ein "Immunologischer Stuhltest ist ein Muss!". Oder im Interview die bekannte Unzuverlässigkeit der bisherigen Stuhltests erörtern und begründen, wieso Männer schon ab 45 Jahren zur Vorsorge gehen sollten.
Und zugleich schieben die GKV-Kassen einen Überschuss von über 30 Milliarden € vor sich her, während die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nur völlig diffus und konzeptionslos Darmkrebsprävention für Männer schon vor dem 50. Lebensjahr fordert.
Eine neue Präventions-Initiative muss her, die zugleich die Gesundheitsvorsorge ab dem 35. Lebensjahr mit dem "Check-Up 35" und ihren lächerlichen zwei Serumwerten (Glucose und Gesamtcholesterin) erweitert u n d angemessen honoriert.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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