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Hohe Prämien: Frauenärzte und Hebammen sehen gesamte Geburtshilfe in Gefahr

Freitag, 7. März 2014

München – Steigende Versicherungsprämien gefährden nach Auffassung des Berufs­verbandes der Frauenärzte die gesamte Geburtshilfe. Für Frauenärzte, die belegärztlich Geburten betreuen, seien die Prämien mit teilweise mehr als 40.000 Euro im Jahr für die berufliche Haftpflichtversicherung kaum noch bezahlbar.

Deshalb müssten immer häufiger Frauenärzte ihre belegärztliche, geburtsmedizinische Tätigkeit einstellen, so der Verband. Ebenso wie für freiberufliche Hebammen, die Geburten zum Beispiel als Beleghebammen in Kliniken betreuen, werde es auch für Frauenärzte in der Geburtsmedizin immer schwieriger, überhaupt noch Versicherer zu finden.

Ähnliches gilt dem Berufsverband zufolge auch für die geburtsmedizinischen Abteilungen in den Kliniken: Angesichts der hohen Versicherungsprämien auch für Kliniken, ange­sichts der sehr knappen Vergütung für die Betreuung von Geburten im Vergleich zu dem Aufwand, eine ständig voll besetzte Abteilung für Geburtsmedizin bereit zu halten, sei eine wohnortnahe Versorgung in vielen Regionen Deutschlands nicht mehr gesichert.

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„Erschwerend kommt der demographische Wandel hinzu“, so Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Heute gebe es fast 15 Prozent weniger Geburten als im Jahr 2000. „Vor allem kleinere Kliniken geraten dadurch immer häufiger unter eine kritische Grenze, unter der es sich auch aus ärztlichen Gründen empfehlen kann, die Geburtsmedizin zu schließen“, erklärte Albring.

Ihm zufolge ist nicht etwa eine Zunahme von Behandlungsfehlern die Ursache für die explodierenden Versicherungsprämien für Frauenärzte, Geburtskliniken und Hebammen, sondern der extreme Anstieg der Summen, die in Gerichtsprozessen als Zahlungen für geschädigte Kinder und Eltern festgesetzt werden.

Versicherer müssen diese Schadenssummen auf die gesamte Gruppe derjenigen Versicherten umlegen, die sich gegen das jeweilige Risiko versichern, und dabei auch künftige Entwicklungen im Blick haben. „Wegen der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung bedarf es hier der staatlichen Übernahme der Versicherungskosten, ebenso aber eines grundsätzlichen Umdenkens bei Kostenträgern, Anwälten und Gerichten, die die Schadenssummen forcieren“, so Albring.

Auch die Hebammenverbände fordern eine politische Lösung der Haftpflichtproblematik. Hintergrund: Ab Sommer nächsten Jahres haben freiberuflich tätige Hebammen in Deutschland keine Haftpflichtversicherung mehr, da die Nürnberger Versicherung zum 1. Juli 2015 aus den beiden letzten verbliebenen Versicherungskonsortien für Hebammen aussteigen will. Sowohl beim Deutschen Hebammenverband (DHV) als auch beim Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) ist offen, wer die Hebammen dann noch versichert.

Zahlreiche Anfragen bei alternativen Versicherungsunternehmen im In- und Ausland seien bisher erfolglos geblieben. „Die Lage auf dem Versicherungsmarkt führt zum Zusammenbruch der Versorgung mit Geburtshilfe – das ist eine absurde Situation“, sagte DHV-Präsidentin Martina Klenk. Die Folgen seine dramatisch, der Beruf akut von der Vernichtung bedroht.“

Klenk forderte deshalb: „Wir brauchen jetzt dringend eine politische Lösung.“ Auch Eltern machen sich mittlerweile dafür stark. So haben bereits über 300.000 Menschen eine Online-Petition unterschrieben, die die junge Mutter Bianca Kasting aus Senden­horst bei Münster gestartet hat. Die Petition richtet sich an den Bundesgesund­heits­minister und fordert: „Lieber Herr Gröhe, retten Sie unsere Hebammen!“.

© hil/aerzteblatt.de

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Dr.Helga.Mai
am Donnerstag, 8. Mai 2014, 16:04

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Diesen ÄB-Beitrag würde ich gern ausdrucken, ist aber leider nicht möglich. Mal geht es mit den Artikeln und mal nicht. Woran liegt das? Eine interessierte Leserin
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