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Politik

Transplantations­skandal: Zeuge belastet ehemaligen Chefarzt

Dienstag, 11. März 2014

Göttingen – Im Prozess um den Transplantationsskandal an der Uniklinik Göttingen hat ein früherer Assistenzarzt schwere Vorwürfe erhoben – aber nicht gegen den angeklagten Mediziner, sondern gegen einen suspendierten Chefarzt des Kranken­hauses. Dieser habe seine Assistenzärzte zu Falschdiagnosen angestiftet, um seine Privatstation mit Patienten zu füllen, sagt der 41-Jährige am Montag als Zeuge vor dem Landgericht Göttingen.

In dem Verfahren wird der Ex-Leiter der Transplantationsmedizin des versuchten Totschlags in elf und Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen beschuldigt. Er soll durch Manipulation medizinischer Daten dafür gesorgt haben, dass seine Patienten früher Spenderorgane bekamen. Der Angeklagte hatte eng mit dem am Montag belasteten Leberspezialisten zusammengearbeitet, gegen den gesondert ermittelt wird. Die Uniklinik hat beide von ihren Aufgaben entbunden.

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Über den Angeklagten sagte der Zeuge, er habe den Chirurgen geschätzt und von Manipulationen nichts bemerkt. Dagegen sei es dem Leberspezialisten nicht um das Patientenwohl gegangen, sondern um Profit. Er habe seine Assistenzärzte aufgefordert, bei Patienten, die ambulant behandelt werden konnten, Symptome zu erfinden, die eine stationäre Aufnahme rechtfertigten. © dpa/aerzteblatt.de

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