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Ärzteschaft

Gesundheits­fachberufe und Ärzte: Gemeinsame Basis finden

Donnerstag, 13. März 2014

Berlin – Als eine gute Plattform, auf der man auch Probleme besprechen könne, die Ärzte und Gesundheitsfachberufe miteinander haben, bezeichnete der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, die Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen, die gestern in Berlin zusammenkam. Die von der BÄK im April 1989 initiierte Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen besteht nunmehr seit 25 Jahren. Ziel dieser Einrichtung mit ihren mittlerweile 40 Mitgliedsverbänden könne es nicht sein, einen einheitlichen Standpunkt zu allen Sachfragen zu entwickeln, betonte Montgomery.

„Jeder von uns vertritt legitime Interessen. In allen Punkten zu einer abgestimmten Meinung zu kommen, wird nicht möglich sein. Aber wir wollen die Problemlagen und das, was von außen auf uns einwirkt, gemeinsam beschreiben, und wir wollen hier die Chance nutzen, miteinander zu reden und miteinander zu streiten.“

Deutlich wurde bei dieser Fachberufekonferenz auch, dass Konfliktlinien nicht nur zwischen Ärzten und Fachberufen verlaufen, sondern dass die Gemengelage etwas komplizierter ist. So unterstützt etwa die BÄK mittlerweile die Bestrebungen großer Teile der Pflegeberufe nach Einrichtung von Pflegekammern, wohingegen dies auf der Fachberufekonferenz  von Martin Petzold für den Deutschen Berufsverband für Altenpflege abgelehnt wurde.

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Während sich Gertrud Stöcker vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe für eine zwölfjährige Schulausbildung als Voraussetzung zur Ausübung des Pflegeberufs stark macht, reicht für Axel Schnell vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste eine zehnjährige Schulzeit aus. Schnell sprach sich auf der Konferenz der Fachberufe auch gegen die Einrichtung von Pflegekammern aus. Anders als Ärzte oder Anwälte seien die Pflegekräfte weisungsgebunden und arbeiteten wirtschaftlich nicht selbstständig.

Auch bei den Physiotherapeuten gibt es in wichtigen Sachfragen durchaus unterschied­liche Ansichten. Während sich die Vertreter des VDB-Physiotherapieverbands auf der Konferenz mit den jetzt bestehenden gesetzlichen Regelungen zufrieden zeigten und sich gegen eine verpflichtende Hochschulausbildung aussprachen, finden es die Vertreter der anderen physiotherapeutischen Berufsverbände an der Zeit, den Direktzugang ihres Berufs zum Patienten gesetzlich zu regeln. 

Einig waren sich die Verbände, dass die gravierenden Nachwuchsprobleme in den Gesundheitsberufen nur durch eine eine größere Wertschätzung und Honorierung ihrer Arbeit und der Abbau der immensen Leistungsverdichtung zu lösen sei. Nur so könne die eine qualitativ hochstehende Patientenversorgung aufrechterhalten werden.

Die Verbände beschäftigten sich in ihrer diesjährigen Sitzung insbesondere mit der Weiterentwicklung berufsrechtlicher Positionen aus Sicht der verschiedenen Berufe. In einigen grundsätzlichen Fragen des Berufsrechts und der Heilkundeausübung wurde zum Teil intensiv diskutiert, unter anderem über die Möglichkeiten eines allgemeinen Heilberufegesetzes, das Regelungen zum Begriff der vorbehaltenen Tätigkeiten und den Voraussetzungen der selbstständigen Ausübung von Heilkunde enthält sowie allgemeine Vorgaben für die Inhalte und die Gestaltung von Ausbildung und Prüfung macht. © TG/aerzteblatt.de

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