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Uniklinik Dresden weist auf Bedeutung der Apherese hin

Freitag, 14. März 2014

Dresden – Auf die Bedeutung von Aphereseverfahren zur Behandlung von schweren Fettstoffwechselerkrankungen und Autoimmunstörungen hat das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden hingewiesen. „Vermutlich würden viele unserer Patienten heute nicht mehr leben, hätten wir in den letzten Jahren nicht beharrlich um eine Kostenerstattung der Lipoproteinapherese-Therapie gekämpft“, sagte der Stoff­wechselexperte Ulrich Julius anlässlich eines internationalen Symposiums in Dresden.

Julius von der Medizinischen Klinik III am Dresdner Universitätsklinikum hat vor rund 25 Jahren in Dresden die erste Lipoproteinapherese durchgeführt, ein spezielles Blutreini­gungsverfahren, bei dem mit maschineller Hilfe – vergleichbar der Hämodialyse – krankmachende Fettpartikel aus dem Blut gefiltert werden. „Die meisten Patienten mit einer Fettstoffwechselstörung können jedoch mit Medikamenten völlig ausreichend behandelt werden“, so Julius. Doch die Patienten, die die Medikamente nicht vertrügen oder bei denen die Wirkung der Medikamente unzureichend sei, profitierten von der speziellen Behandlung.

Während in der Anfangszeit die Behandlung des bekannten Risikofaktors LDL-Choles­terin im Fokus stand, hat sich in den letzten Jahren ein weiterer Risikofaktor, das Lipoprotein(a) (Lp(a)), als deutlich größeres therapeutisches Problem herausgestellt. So kann ein massiv erhöhter Lipoprotein(a)-Spiegel ein Risiko für Gefäßschäden und daraus resultierende Komplikationen wie Herzinfarkte sein.

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„Auch dieser Faktor liegt in den menschlichen Genen, wird aber weitaus weniger beachtet und darum zu selten getestet“, so Julius. Für das Lp(a) gebe es derzeit noch keine etablierte medikamentöse Therapie. Darum sei die Apherese die einzige Behandlung für Patienten mit einer fortschreitenden Gefäßerkrankung.

„Im weiteren Laufe der Jahre ist aber auch noch der große Komplex der Autoimmuner­krankungen hinzugekommen“, berichtet Bernd Hohenstein. Der Mediziner, der ebenfalls der Medizinischen Klinik III angehört, ist einer der Nierenspezialisten des Universitäts­klinikums und hier seit rund eineinhalb Jahren für den Bereich der Aphereseverfahren verantwortlich.

„Inzwischen gibt es weitere spezielle Verfahren, die es möglich machen, bestimmte Eiweiße beziehungsweise Antikörper gezielt aus dem Blut zu entfernen“, so Hohenstein. Diese Verfahren unterstützen die Therapien für zahlreiche Erkrankungen oder ersetzen sogar medikamentöse Behandlungen. Positive Erfahrungen haben die Dresdner mit diesen als Immunadsorption bezeichneten Verfahren inzwischen bei schweren Hauterkrankungen, schweren Fällen von Neurodermitis und Erkrankungen des Nervensystems, wie multiple Sklerose oder Myasthenie gemacht.

Auch bei rheumatischen Erkrankungen, Nierenerkrankungen und der Organtransplantation hätten sich diese unterstützenden Verfahren inzwischen etabliert. „Auch Kinder und Jugendliche können damit gut behandelt werden“, berichtet Hohenstein.

© hil/aerzteblatt.de

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