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Medizin

Metaanalyse sieht nur wenige Nebenwirkungen von Statinen

Montag, 17. März 2014

London – Statine haben zufolge einer kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeit im European Journal of Preventive Cardiology nur unwesentlich mehr Nebenwirkungen als wirkstoffreie Placebos. Die Wissenschaftler um Judith Finegold am National Heart and Lung Institute London konnten in ihrer Analyse hauptsächlich eine Erhöhung des Diabetesrisikos feststellen.

Statine sind Hemmstoffe der HMG-CoA-Reduktase. Die Cholesterinsenker gehören in Deutschland zu den häufig verschriebenen Medikamenten. Eine mögliche Nebenwirkung bei Statineinnahme ist die Rhabdomyolyse, die in ihrer schwersten Form sogar zum aku­ten Nierenversagen führen kann.

Leichtere Formen zeigen sich in der Regel durch Muskelschmerzen, eine geringere Belastbarkeit oder eine leichte Erhöhung der Kreatinkinase im Blut. Müdigkeit, Übelkeit und gastrointestinale Beschwerden sind weitere mögliche Nebenwirkungen. Zehn bis 15 Prozent aller Patienten berichten entsprechende Symptome, was in einigen Fällen zum Abbruch der Therapie führt, so die Wissenschaftler.

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14 Studien zur Primärprävention und 15 Studien zur Sekundärprävention durch Statin­ein­nahme waren Grundlage der Analyse. Insgesamt wurden in den Studien mehr als 80.000 Patienten untersucht. In den Behandlungs- und in den Placeboarmen der Studien wurden die typischen Nebenwirkungen wie Übelkeit, gastrointestinale Beschwer­den oder Muskelschmerzen dokumentiert.

Zu ihrer eigenen Überraschung konnten die Wissenschaftler keine signifikanten Unter­schiede zwischen den Gruppen feststellen. In den Studien zur Primärprävention litten 14,6 Prozent der behandelten Patienten unter Symptomen, während es im Placeboarm 14,9 Prozent waren. Ähnlich sah das Verhältnis in den Untersuchungen zur Sekundär­prävention aus (9,9 Prozent für Statine versus 11,2 Prozent für Placebos).

Für das Diabetesrisiko konnten die Wissenschaftler jedoch signifikante Unterschiede feststellen. Im Vergleich zur Placeboeinnahme stieg das Risiko durch die Statine (3,0 Prozent versus 2,4 Prozent). Die Tendenz die Therapie abzubrechen war in den behandelten und den Placebogruppen vergleichbar. 

Die Arbeitsgruppe geht davon aus, dass der bekannte Placeboeffekt sich in den Studien in Form von Nebenwirkungen zeigte. Patienten könnten sehr subjektive Symptome wie Müdigkeit und Schwäche als  Nebenwirkung der Medikamente fehldeuten. Nach Ansicht der Wissenschaftler sollten Ärzte dies in der Patientenaufklärung stärker berück­sich­tigen. © hil/aerzteblatt.de

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