NewsMedizinHormonstoffwechsel: Was chronischen Stress auslöst
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Hormonstoffwechsel: Was chronischen Stress auslöst

Montag, 17. März 2014

Dresden – Auf den Einfluss von chronischen Stress auf den Hormonstoffwechsel und damit auf die Entwicklung von Depressionen, Übergewicht und Libido hat die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) hingewiesen. Erhöhte Aufmerksamkeit aber auch Herzrasen und feuchte Hände seien Symptome von normalem Stress, so die Fachge­sellschaft. Sie folgten der wichtigsten Stresshormonachse, der sogenannten HPA-Achse.

Sie reicht vom Hypothalamus über die Hirnanhangsdrüse bis zu den Nebennieren und schüttet die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus. Folge jedoch keine ausreichende Entspannung, kann es durch die dauernde Alarmbereitschaft des Körpers zu chronischem Stress kommen und damit zu einer Erschöpfung und Überlastung.

„Das kann viele schädliche Auswirkungen haben“, betonte Günter Stalla, Arbeits­gruppen­leiter am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München, und Sprecher der DGE-Sektion Neuroendokrinologie. Als Beispiele nannte er ein weniger schlagkräftiges Immunsystem, weil die Aktivität der Killerzellen abnehme. Ein möglicher negativer Effekt auf das kardiovaskuläre System sei Bluthochdruck. Auch das Nervensystem könne mit Schlafstörungen und Depressionen reagieren.

Anzeige

„Außerdem kommt es bei einer chronisch aktivierten HPA-Achse zu einer Unterdrückung anderer Hormone, wodurch die Fettmasse im Körper zu- und die Muskelmasse abnimmt“, ssagte Stalla. Möglich seien außerdem eine hormonell bedingte Unterfunktion der Hoden und daraus resultierende sexuelle Störungen und ein Nachlassen der Libido.

„Durch diese Veränderungen des Hormonsystems, die durcheinander geratenen Regelkreise und die Begleiterkrankungen, entsteht ein sich ständig verstärkender Teufelskreis“, warnte Stefan Bornstein, Direktor am Universitätsklinikum Dresden.

„Auch wenn für viele Menschen im Berufsleben zu erbringende Höchstleitungen und perma­nente Erreichbarkeit zum Alltag gehören, sollte ein jeder aufmerksam auf Anzeichen von Dauerstress achten, für Ausgleich sorgen und gegebenenfalls auch einen Endokrino­logen zu Rate ziehen“, empfiehlt Helmut Schatz, Mediensprecher der DGE aus Bochum. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Juni 2020
Hamburg – Schulschließungen wegen der Coronakrise sorgen in Familien für Stress und Streit. Fast jeder zweite Elternteil ist oft gestresst, wie eine heute veröffentlichte Umfrage der DAK-Gesundheit
Schulschließungen belasten Mütter besonders
22. Mai 2020
Stockholm − Arbeiter und Angestellte, die bei Umfragen einen vermehrten Stress am Arbeitsplatz angaben, erkrankten in den Folgejahren häufiger an einer peripheren arteriellen
Stress am Arbeitsplatz erhöht Risiko auf periphere arterielle Verschlusskrankheit
24. April 2020
Berlin – Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat ein Sofortangebot zur Gesund­heits­förder­ung für Beschäftigte in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen gestartet. Das Beratungsangebot soll
Gesundheitsförderung: Hilfe für Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
26. März 2020
Berlin – Die COVID-19-Pandemie verändert die Gesellschaft und das Leben jedes Einzelnen. Durch die aktuelle Lage können Ängste und seelische Belastungen ausgelöst werden, die sich auch körperlich
Psychische Belastungen durch COVID-19: Hilfestellung in der Krise
16. März 2020
Berlin – Bei der Bekämpfung des Coronavirus´ kommt den Gesundheitsämtern eine große Bedeutung zu. Im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt erklärt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und
„Die Kollegen brauchen dringend Unterstützung“
10. März 2020
Berlin – Viele Ärzte fühlen sich überlastet und gehen häufig bis ständig über ihre körperlichen Grenzen hinaus. Darauf wies heute in Berlin der Berufsverband Gastroenterologie Deutschland (BVGD) hin.
Gastroenterologen warnen vor permanenter Überlastung von Ärzten
24. Februar 2020
Berlin/Dortmund – Beschäftigte im öffentlichen Dienst leiden häufiger unter einer hohen Arbeitsintensität als Beschäftigte anderer Wirtschaftsbereiche. Das hat die Bundeanstalt für Arbeitsschutz und
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER