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Medizin

China hat Tuberkuloseprävalenz halbiert

Dienstag, 18. März 2014

Peking – Das DOTS-Schema, eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) propagierte Form der Tuberkulosebehandlung, hat sich in China als außerordentlich erfolgreich erwiesen. Einer Studie im Lancet (2014; doi: 10.1016/S0140-6736(13)62639-2) zufolge konnte die Zahl der Erkrankungen im Reich der Mitte in den letzten 20 Jahren halbiert werden.

DOTS steht für „Directly Observed Treatment, Short-Course“. Den Kern bildet die Einnahme der Tabletten unter der Aufsicht eines Gesundheitsarbeiters, die in der Praxis auf die ersten zwei Monate beschränkt ist. Sie soll die Adhärenz der auch bei unkompli­zierten Erkrankungen sechs bis acht Monate dauernden Therapie sicherstellen.

Die WHO hat das DOTS-Programm um weitere Aspekte erweitert, die von der Diagnose bis zum notwendigen Nachschub der Medikamente reichen. China hatte DOTS 1990 zunächst in 13 Provinzen eingeführt. Eine Umfrage im Jahr 2000 zeigte, dass die Tuberkulose in diesen Regionen um 30 Prozent gesenkt werden konnte, während es im Landesdurchschnitt nur 19 Prozent waren. Daraufhin wurde das Programm landesweit eingeführt.

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Der Erfolg zeigte sich bei der jüngsten Umfrage aus dem Jahr 2010. Damals wurde an 176 Orten in allen 31 Festlandprovinzen 253.000 Personen im Alter von über 15 Jahren zur Röntgenreihenuntersuchung geladen. Bei einem positiven Befund wurde mittels Sputumuntersuchung gezielt nach Tuberkuloseerkrankungen gesucht. Die Ergebnisse, die Yu Wang von den chinesischen Centers for Disease Control and Prevention in Peking vorstellt, zeigen, dass die Tuberkulose-Prävalenz allein zwischen 2000 und 2010 um 57 Prozent gefallen ist, dreimal so stark wie im Jahrzehnt zuvor.

Der Anteil der Patienten, deren Tuberkulose nach dem DOTS-Schema behandelt wurde, ist im letzten Jahrzehnt von 15 auf 66 Prozent gestiegen. Dies hat dazu geführt, dass die Zahl der vorzeitigen Abbrüche und der Wiederholungen nach einem Rückfall deutlich zurückgegangen ist. Die meisten DOTS-Behandlungen wurden allerdings bei Patienten durchgeführt, deren Erkrankung bereits vor Einführung des Programms bekannt war. Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass der Rückgang sich in den nächsten Jahren abflachen wird.

Für die WHO kommen die Ergebnisse gerade rechtzeitig. Sie will in diesem Jahr ein ehrgeiziges Programm verkünden, das für die Zeit zwischen 2015 und 2025 weltweit eine Halbierung der Erkrankungszahlen vorsieht. Dazu müssten allerdings auch jene 3 Millionen der schätzungsweise 9 Millionen Tuberkulosekranken erreicht werden, die derzeit keinen Kontakt zu einer medizinischen Versorgung haben.

Global gesehen ist die Tuberkulose eine Erkrankung der ärmsten Bevölkerungsgruppen. Dazu gehören Migranten, Flüchtlinge und Vertriebene, Gefangene, Eingeborene, ethnische Minderheiten und Drogenkonsumenten. Der Slogan des diesjährigen Welttuberkulosetags am 24. März lautet deshalb "Reach the 3 million“. © rme/aerzteblatt.de

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