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Ausland

EU schickt Freiwillige zu humanitären Einsätzen in Krisengebiete

Mittwoch, 19. März 2014

Brüssel – EU-Bürger können künftig mit einem neuen Freiwilligendienst der Europä­ischen Union (EU) als Entwicklungshelfer für gemeinnützige Organisationen oder Einrichtungen in Katastrophengebieten außerhalb der EU arbeiten. Für die Ausbildung und den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer investiert die EU bis 2020 knapp 150 Millionen Euro. Das Programm richtet sich an Interessenten aus den EU-Mitgliedstaaten sowie aus Partnerländern ab einem Alter von 18 Jahren. Rechtsgrundlage ist der Vertrag von Lissabon, der eine ergänzende und unterstützende Kompetenz der EU für den Katastrophenschutz vorsieht.

Im Jahr 2011 startete bereits eine Pilotphase des Europäischen Freiwilligenkorps für humanitäre Hilfe (European Voluntary Humanitarian Aid Corps - EVHAC) in Budapest. Dabei wurden 100 Entwicklungshelfer auf ihren Einsatz in Krisenregionen und die Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen vorbereitet. Zu den Organisationen, die sich an dem Projekt beteiligen, gehören die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewe­gung, der Johanniterorden und Caritas International.

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Die Freiwilligen sollen in Krisenregionen außerhalb der EU eingesetzt werden, wo nach Konflikten und Naturkatastrophen Not herrscht. Die EU-Kommission betont, dass die ehrenamtlichen Helfer niemals in Krisengebiete mit bewaffneten Auseinandersetzungen geschickt würden. Darüber hinaus werde es im Rahmen des Programms für Interessierte auch die Möglichkeit geben, Freiwilligenarbeit über das Internet von Zuhause aus zu leisten. Der Europäische Freiwilligendienst ist zudem kein Ersatz für den Zivil- oder Wehrdienst.

Die Art der Tätigkeiten der Freiwilligen im Rahmen des EVHAC soll breitgefächert sein und nicht nur die klassische humanitäre Krisenhilfe umfassen, sondern beispielsweise auch Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge mit dem Ziel, die Katastrophenanfälligkeit der betroffenen Länder und Regionen zu vermindern, als auch Maßnahmen zur Sicherstellung einen reibungslosen Übergangs von der Nothilfe zur Entwicklungshilfe.

Klaus-Dieter Fritsche, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, äußerte sich im Oktober 2010 kritisch zur Schaffung des EVHAC: „Ein solches Freiwilligenkorps kann keinesfalls eine Europäische Einsatzorganisation für den Katastrophenschutz sein. Es kann die professionellen Organisationen des Katastrophenschutzes und der humani­tären Hilfe nicht ersetzen“, sagte er auf dem 6. Europäischen Bevölkerungs- und Karatrophenschutzkongress.

Das EU-Freiwilligenkorps könnte lediglich zur personellen Verstärkung professioneller Organisationen ebenso wie im Bereich der Nichtregierungsorganisationen dienen. Im engeren Bereich des Katastrophenschutzes sei besonderer Wert auf intensive und angemessene Schulung und Vorbereitung der Freiwilligen sowie ihre Integration in bestehende internationale humanitäre Hilfeleistungsverfahren zu legen, sagte Fritsche. © ps/aerzteblatt.de

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