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Medizin

Genvariante bei Rest­less-Legs-Syndrom beeinflusst frühe Hirnentwicklung

Mittwoch, 19. März 2014

Neuherberg – Eine mit dem Restless-Legs-Syndrom (RLS) assoziierte Genvariante geht mit Veränderungen in der frühen Hirnentwicklung einher. „Damit können wir dem RLS erstmalig eine spezifische Hirnregion für die Krankheitsentstehung zuordnen“, berichten Wissenschaftlern vom Helmholtz Zentrum München (HMGU), der Technischen Universität München und dem Stanford Center for Sleep Medicine and Sciences in der Zeitschrift Genome Research (doi 10.1101/gr.166751.113). Patienten mit RLS leiden unter nächtlichen Missempfindungen an den Beinen und das ständige Bedürfnis, diese zu bewegen. Der Krankheit liegen genetische und Umwelt-Faktoren zugrunde liegen.

Eine RLS-assoziierte Genvariante haben die Forscher genauer untersucht. Die genetische Variante in der nicht-kodierenden Region des Gens MEIS1 führt bereits während der embryonalen Entwicklung zu einer reduzierten Genaktivität. MEIS1 spielt unter anderem bei der Entwicklung des zentralen Nervensystems eine wichtige Rolle.

Die Wissenschaftler konnten Veränderungen in einer Region im Vorderhirn beobachten, aus der sich später die Basalganglien entwickeln, eine Hirnregion, die Bewegung und Koordination steuert. Damit haben sie dem RLS ein klares anatomisches Korrelat im zentralen Nervensystem zugeordnet. „Die RLS-assoziierte MEIS1-Genvariante betrifft ein Protein, das an der Organentwicklung beteiligt ist.

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Durch die RLS-Mutation wird dieses Protein, der Regulationsfaktor CREB1, verändert gebunden und es kommt daraufhin zu einer reduzierten MEIS1-Genaktivität“, erklärt Wolfgang Wurst vom HMGU.

„Wir gehen davon aus, dass eine leicht veränderte Entwicklung im Vorderhirn zu einer Prädisposition für das RLS führt, die im Alter – gepaart mit weiteren Faktoren, zum Beispiel aus der Umwelt – zur Manifestation der Erkrankung führen kann“, ergänzt Juliane Winkelmann vom HMGU, die derzeit an der Stanford University forscht.

In weiteren Untersuchungen wollen die Wissenschaftler jetzt die Zellen im Vorderhirn identifizieren, die von der Entwicklungsstörung betroffen sind.

© hil/aerzteblatt.de

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