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Politik

Pharmaverband fordert bessere Rahmenbedingungen für Forschung und Produktion

Donnerstag, 20. März 2014

Köln – Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hat heute in Berlin die Bundesregierung aufgefordert, den im Koalitionsvertrag in Aussicht gestellten ressort­übergreifenden Dialog mit der pharmazeutischen Industrie umgehend aufzunehmen. Die Rahmenbedingungen für Forschung und Produktion in Deutschland müssten sich dringend verbessern. In einem solchen Dialog müssten auch Erstattungsfragen eine Rolle spielen.

Produktion zunehmend unwirtschaftlich
„Für viele Arzneimittel ist die Erstattung mittlerweile so gering, dass eine Produktion kaum noch wirtschaftlich darstellbar ist“, erklärte der BPI-Vorstandsvorsitzende Bernd Wegener beim 23. BPI-Unternehmertag. Es gehe inzwischen längst nicht mehr nur darum, den Standort Deutschland für Forschung und Produktion zu stärken, sondern es gehe für wichtige Versorgungsbereiche darum, diesen Standort überhaupt noch zu erhalten, sagte Wegener.

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In dem Zusammenhang kritisierte der BPI-Vorsitzende, die Bundesregierung habe mit ihren ersten gesetzlichen Maßnahmen die pharmazeutische Industrie „schon wieder schwerst gebeutelt“. Bundestag und Bundesrat haben vor kurzem zur Dämpfung der Arzneimittelkosten dem 14. SGB V-Änderungsgesetz zugestimmt.

Es erhöht den Rabatt, den Arzneimittelhersteller den gesetzlichen Krankenkassen gewähren müssen, von sechs auf sieben Prozent und verlängert den Preisstopp für Arzneimittel bis Ende 2017. Ausgenommen sind Arzneimittel, für die es einen Festbetrag gibt. Für Generika gilt ein Herstellerrabatts von sechs Prozent. „Die pharmazeutische Industrie dient einmal mehr als Goldesel und das in Zeiten, in denen die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung nun wahrlich nicht in Finanzproblemen steckt“, bemängelte Wegener.

Zusammenspiel mehrerer Ministerien notwendig
Für die Pharmaindustrie stelle sich nun die Frage, ob der Koalitionsvertrag ernst gemeint sei und wenn ja, wie der dort angekündigte Dialog von statten gehen solle, so der BPI-Vorsitzende. Für den Verband sei es unabdingbar, dass neben dem Bundesminis­terium für Gesundheit auch das Wirtschafts-, das Forschungs-, das Umwelt- und das Finanzministerium beteiligt würden. Nur auf diese Weise könne man die Themen Standort, Forschung und Produktion angemessen und umfassend bearbeiten.

„Nur im Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Ministerien und unter direkter Einbeziehung der pharmazeutischen Industrie können tatsächlich wesentliche Schritte gegangen werden, um Produktion und Forschung in Deutschland weiterhin und mittelfristig möglich zu machen“, betonte Wegener. Unter anderem müssten Forschung und Entwicklung in Deutschland endlich steuerlich gefördert werden – nicht nur in der Pharmaindustrie. „Um uns herum in Europa ist das gang und gäbe“, so Wegener.

Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag zu einer flächendeckenden, innovativen und sicheren Arzneimittelversorgung bekannt. „Der unmittelbare Zugang zu neuen Arzneimitteln für alle Versicherten in Deutschland ist ein hohes Gut“, heißt es dort. Deshalb wolle man einen ressortübergreifenden Dialog unter Beteiligung von Wissenschaft und Arzneimittelherstellern einrichten, um den Standort Deutschland für Forschung und Produktion zu stärken. © HK/aerzteblatt.de

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