NewsMedizinNeue zielgerichtete Therapie bei platin-resistentem Ovarialkarzinom
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Neue zielgerichtete Therapie bei platin-resistentem Ovarialkarzinom

Freitag, 21. März 2014

London – Für einen Teil der Patientinnen mit platin-resistentem Ovarialkarzinom gibt es demnächst eine neue Behandlungsoption. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die vorläufige Zulassung von Vynfinit (Wirkstoff: Vintafolid) empfohlen. Das Medikament hat in einer Phase-II-Studie das progressionsfreie Überleben von Patientinnen verlängert, deren Tumorzellen den Folatrezeptor exprimieren. Neben dem Medikament wurden zwei Diagnostika zugelassen, die für die personalisierte Therapie benötigt werden.

Das Konjugat Vintafolid besteht aus Folsäure und dem Zytostatikum Desacetyl-Vinblastin. Es entfaltet seine Wirkung gezielt an Tumorzellen, die den Folsäure-Rezeptor auf ihrer Oberfläche haben. Vintafolid war in einer Phase-II-Studie (PRECEDENT) an 149 Patientinnen mit Ovarialkarzinom erprobt worden, bei denen es nach einer platin-basierten Standardtherapie zu einem Rezidiv gekommen war.

Anzeige

Vintafolid hatte hier als Zusatztherapie die Wirkung von pegyliertem liposomalen Doxo­rubicin (PLD) verbessert. Die besten Ergebnisse wurden bei Patientinnen erzielt, bei denen alle Läsionen den Folatrezeptor exprimierten. Hier konnte das progressions­freie Überleben von 1,5 auf 5,5 Monate verlängert werden.

Die Zulassung, die als Orphan-Arzneimittel für seltene Erkrankungen ohne derzeitige wirksame Therapie erfolgt, soll nach Willen des CMMP auf ungefähr jene 40 Prozent der Patientinnen beschränkt bleiben, deren Tumoren den Folsäure-Rezeptor in vollem Umfang exprimieren. Um diese Patientinnen auswählen zu können, hat der Hersteller den Tracer 99mTc-Etarfolatid (Folcepri) entwickelt. Er bindet an Folatrezeptoren der Tumorzellen und macht sie so in der SPECT-Untersuchung sichtbar. Als dritte Komponente wurde Neocepri zugelassen, ein intravenöses Folsäurepräparat, das die Bildqualität im SPECT durch Minderung des Hintergrundrauschens verbessern soll.

Die Zulassung, über die die EU-Kommission das letzte Wort hat (sie folgt in aller Regel den Empfehlungen der CHMP), ist an die Durchführung einer Phase-III-Studie gebunden, die die Ergebnisse bestätigen und nach Möglichkeit einen Überlebensvorteil der neuen Therapie belegen soll. Die Studie ist auf eine Teilnehmerzahl von 640 Patientinnen ausgelegt. Ergebnisse werden für Oktober 2016 erwartet. Der Hersteller hat auch von der US-Arzneimittelbehörde FDA einen Orphan-Status erhalten. Dort ist das Medikament noch nicht zugelassen. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

3. Mai 2018
Berlin – Eierstockkrebs gehört zu den seltenen, aber aggressiven Krebserkrankungen. Rund 7.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich daran. Auf die Bedeutung der Vorsorge bei Frauen mit erblicher
Ovarialkarzinom: Vorsorge vor allem bei erblicher Vorbelastung wichtig
13. April 2018
Lausanne – Eine neuartige Vakzine aus Immunzellen des Patienten, die im Labor durch den Kontakt mit Tumorzellen auf die Abwehr von Krebszellen getrimmt werden, hat in einer ersten klinischen Studie in
Personalisierter Impfstoff gegen Ovarialkarzinom zeigt erste Wirkung
14. Februar 2018
Washington – Die US Preventive Services Task Force, die das US-Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Fragen der Krankheitsprävention berät, hält Früherkennungsuntersuchungen des Ovarialkarzinoms für unwirksam und
US-Gremium rät vom Ovarialkarzinom-Screening ab
19. Januar 2018
Amsterdam – Eine einmalige hypertherme intraperitoneale Chemotherapie hat in einer randomisierten klinischen Studie im New England Journal of Medicine (2018; 378: 230–240) die Überlebenszeit von
Ovarialkarzinom: Intraperitoneale Chemotherapie mit erwärmtem Cisplatin verlängert Überlebenszeit
25. Oktober 2017
Baltimore - Eine evolutionäre genetische Analyse von sieben metastasierten Ovarialkarzinomen aus der Gruppe der HGSC-Karzinome, der häufigsten Variante des Eierstockkrebs, bestätigt jüngste
Ovarialkarzinome: Entstehen seröse Karzinome im Eileiter?
22. Juni 2017
Cambridge – Trägerinnen der „Brustkrebsgene“ BRCA1/2 haben ein hohes Lebenszeitrisiko auf ein Mamma- und Ovarialkarzinom, das jetzt erstmals auf der Basis von prospektiven Kohortenstudien berechnet
BRCA1/2: Neue Schätzungen zum Lebenszeitrisiko auf Mamma- und Ovarialkarzinom
5. Juni 2017
London - Ein neuer Wirkstoff, der über einen Folsäure-Rezeptor von Krebszellen aufgenommen wird und die Synthese von Bausteinen für die DNA-Synthese hemmt, hat sich in einer ersten klinischen Studie
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER