Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

DAK: Zeitumstellung im Frühling erhöht Herzinfarktrisiko

Montag, 24. März 2014

dpa

Hamburg – Am Wochenende beginnt die Sommerzeit. Die Uhren werden dann um eine Stunde vorgestellt. Passend dazu präsentierte die DAK-Gesundheit heute in Hamburg die Ergebnisse eine Langzeitanalyse, wonach die Zeitumstellung im Frühjahr das Herzinfarktrisiko erhöht. Über das Für und Wider der bei vielen Menschen unbeliebten Zeitumstellung wird seit Jahren diskutiert.

Laut der DAK-Analyse kommen in den ersten drei Tagen nach der Zeitumstellung 25 Prozent mehr Patienten mit Herzbeschwerden ins Krankenhaus als im Jahresdurchschnitt. Dieser Trend werde seit 2006 kontinuierlich beobachtet. Allein im Vergleich der vergangenen drei Jahre gab es in den drei Tagen nach der Umstellung auf die Sommerzeit bei den DAK-Versicherten im Schnitt demnach jeweils 40 Krankenhauseinweisungen mit der Diagnose Herzinfarkt. Üblich seien hingegen durchschnittlich 30 Einweisungen pro Tag.  

DAK-Experte Peter Rowohlt vermutet als Ursache der erhöhten Infarktrate unter anderem Schlafmangel und die Änderung des Biorhythmus durch die Zeitumstellung. Die fehlende Stunde bringe den Hormonhaushalt durcheinander.

Tatsächlich kann die Umstellung bei sensiblen Menschen die „innere Uhr“ vorüber­gehend aus dem Takt bringen. Die meisten haben sich zwar nach einigen Tagen an den neuen Tag-Nacht-Rhythmus angepasst. Laut einer früheren DAK-Umfrage kämpft aber immerhin jeder Vierte nach der Zeitumstellung mit gesundheitlichen Problemen. Viele Betroffene fühlen sich schlapp und müde, leiden unter Einschlafproblemen und Schlafstörungen.

Anderen Studien zufolge sind auch Kinder nach der Zeitumstellung oft quengelig und unausgeglichen. In einer Untersuchung mit 500 Schülern wies die Pädagogische Hochschule Heidelberg vor einigen Jahren nach, dass Zwölf- bis 18-Jährige bis zu drei Wochen brauchen, um sich anzupassen. Müdigkeit und Leistungsabfall in der Schule seien mögliche Konsequenzen.

Die aktuellen Daten der DAK dürften nun Wasser auf die Mühlen der Kritiker sein. Seit Einführung der Zeitumstellung in Deutschland im Jahr 1980 wird in regelmäßigen Abständen auch immer wieder über deren Abschaffung diskutiert.

Immerhin 70 Prozent der Deutschen sprachen sich in einer früheren DAK-Umfrage für die Abschaffung der Sommerzeit aus. Zuletzt hatte Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ein Ende der Zeitumstellung gefordert und dies mit dem Ausbleiben der erhofften Energiespareffekte begründet. © afp/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

15.05.17
Herzinfarkt: Risiko nach Atemwegsinfektion um ein Vielfaches erhöht
Sydney – In der Woche nach einer Atemwegsinfektion steigt das Risiko für einen Herzinfarkt um das 17-fache. Milde Infektionen der oberen Atemwege erhöhen das Risiko um das 13-fache. Zu diesem Ergebnis......
04.05.17
Blutgruppe 0 könnte vor Herzinfarkt schützen
Groningen – Menschen mit einer Nicht-O-Blutgruppe haben möglicherweise ein leicht erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse mehrerer prospektiver......
02.04.17
Schlafmangel erhöht Risiko auf Herzinfarkt und Schlaganfall
Shenyang – Menschen mit Einschlaf- oder Durchschlafstörungen sowie solche, die unter einem nicht erholsamen Schlaf leiden, haben einer Meta-Analyse im European Journal of Preventive Cardiology (2017;......
21.03.17
Herzinfarkt: Studie sieht Vorteile für Stents in nicht vom Infarkt betroffenen Koronarien
Rotterdam – Die zusätzliche Behandlung von Stenosen, die nicht für den Herzinfarkt verantwortlich sind, hat in einer randomisierten Studie an Patienten mit STEMI die Zahl der später notwendigen......
01.03.17
Frühsymptome eines tödlichen Herzinfarkts werden häufig nicht erkannt
London – In England tritt jeder zweite Tod am Herzinfarkt ein, bevor der Patient eine Klinik erreichen. Die andere Hälfte war laut einer Studie in Lancet Public Health (2017; doi:......
01.03.17
Feinstaub aus Holzöfen erhöht Herzinfarktrisiko für ältere Menschen
Montreal – Der von Holzöfen oder anderen Verfeuerungen von Biomasse freigesetzte Feinstaub erhöht bei älteren Menschen die Anfälligkeit auf einen Herzinfarkt. Der Einfluss war in einer Untersuchung......
15.02.17
Schneeschippen häufige Herzinfarktursache in Kanada
Montreal – In Kanada tritt ein Drittel aller Herzinfarkte an Tagen mit stärkerem Schneefall auf. Epidemiologen führen dies im Canadian Medical Association Journal (CMAJ 2017; 189: E235-E242) unter......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige