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Ärzteschaft

In Schleswig-Holstein fehlen in den kommenden Jahren 600 Hausärzte

Montag, 24. März 2014

Bad Segeberg – 59 Ärzte haben im vergangenen Jahr bei der Kammer Schleswig-Holstein ihren Facharzt für Allgemeinmedizin erworben. Das Land sucht aber in den kommenden Jahren mehr als 600 neue Hausärzte, weil von den augenblicklich 1.900 Medizinern rund ein Drittel 60 Jahre oder älter ist. Das berichtet die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) in ihrem gerade erschienen Versorgungsbericht zur ambulanten Versorgung im Land.

Danach haben aber nicht nur die Hausärzte Nachwuchsprobleme. Frauen-, Augen- und Nervenärzten sind laut dem Bericht knapp. Die Gründe für den Ärztemangel sind vielfältig. „Viele – vor allem junge Ärztinnen – wollen sich lieber erst einmal in einer Praxis anstellen lassen, um mit geregelten Arbeitszeiten Familie und Beruf in Einklang bringen zu können. Es sind gerade die klassischen Einzelpraxen auf dem Land, für die sich keine Interessenten finden“, hieß es aus der KV.

Sie hat mehrere Maßnahmen ergriffen, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken: Dazu gehören die Nachwuchskampagne „Land.Arzt.Leben!“ über die finanzielle Förderung von Medizinstudenten und Ärzten in Weiterbildung bis hin zu dem sogenannten Zweigpraxis­modell. An vielen Orten seien es die Ärzte selbst, die die Initiative ergriffen und neue Wege in der Versorgung der Bevölkerung gingen, zum Beispiel durch die Zusammenar­beit mit Kliniken oder die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums.

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Außerdem machten die Ärzte immer öfter von den neuen Möglichkeiten Gebrauch, die sich aus der Aufhebung der Residenzpflicht und einer Anstellung in Praxen ergeben. „Nur mit dieser gelebten Flexibilität schaffen wir es, dass die Menschen auch in Zukunft noch einen Arzt in ihrer Nähe haben werden“, betonte Monika Schliffke, Vorstandsvor­sitzende der KVSH.

Auch für viele Kommunen ist der Ärztemangel zur Chefsache geworden: Einen neuen Weg, um die hausärztliche Versorgung zu sichern, will zum Beispiel Dithmarschen erproben. Dort haben die KV, drei vom Ärztemangel besonders bedrohte Kommunen – Büsum, Lunden, St. Michaelisdonn – die Westküstenkliniken und die Ärztegenossen­schaft das Modell der kommunalen Eigeneinrichtungen entwickelt. Die drei Gemeinden stellen dafür Ärzte an und beschäftigen diese in sogenannten Gemeindepraxen. Das Modell bietet jungen Ärzten eine Tätigkeit in Anstellung und eine enge Zusammenarbeit mit Kollegen.

Trotz neuer Initiativen geht die KV davon aus, dass nicht alle Praxisstandorte zu erhalten sind. „Die enge Zusammenarbeit mit Kommunen, Krankenhäusern, der Landesregierung, den Pflegeberufen und weiteren Akteuren wird in den nächsten Jahren ein wichtiger Teil unserer Arbeit bleiben“, betonte Schliffke. © hil/aerzteblatt.de

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