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Ärzteschaft

Ansturm auf Kinderwunschtherapie erstaunt selbst Gynäkologen

Montag, 24. März 2014

Magdeburg – Laut dem Universitätsklinikum Magdeburg verdanken in einigen west­europäischen Ländern derzeit mehr als ein Viertel aller jährlichen Neugeborenen ihre Existenz einer künstlichen Befruchtung. Die Kinderwunschbehandlungen sind so häufig geworden, dass auch die auf diesem Feld tätigen Ärzte die möglichen Gründe für den Ansturm hinterfragen: So geschehen am vergangenen Wochenende auf der 17. Magde­burger Arbeitstagung Reproduktionsmedizin, Interdisziplinäre Andrologie, Endo­krino­logie.

„Die bislang üblichen medizinischen Gründe für eine künstliche Befruchtung, wie beispielsweise der Verschluss beider Eileiter oder eine schlechte Samenqualität beziehungsweise Samenquantität tauchen in den Diagnosen von Gynäkologen immer seltener auf“, sagte der Tagungsleiter Jürgen Kleinstein, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie.

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Mögliche Gründe für den Gang zum Gynäkologen seien, dass Frauen über dreißig zu schnell in Torschlusspanik gerieten und ihre Hoffnungen allein auf Kinderwunschbe­handlungen setzten. Aber auch finanzielle Anreize könnten mitunter ein Grund sein. Kleinstein wies darauf hin, dass Sachsen-Anhalt seine finanzielle Förderung für unge­wollt kinderlose Paare im Februar 2014 noch einmal aufgestockt habe. Paare könnten nunmehr für den ersten bis dritten Versuch einer künstlichen Befruchtung eine Unter­stützung von bis zu 900 Euro je Zyklus beantragen.

In der Diskussion brachten mehrere Reproduktionsmediziner und Gynäkologen zum Ausdruck, dass Gynäkologen Frauen besser darüber aufklären sollten, wie sie ihre Fruchtbarkeit auf natürlichem Wege optimieren könnten. Auch Frauen in den 30er Jahren, deren Eizellreserven als Folge biologischer Alterungsvorgänge geringer geworden seien, könnten noch innerhalb von sechs Monaten auf natürliche Art schwanger werden, so die Botschaft der Reproduktionsmediziner. © hil/aerzteblatt.de

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