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Ärzteschaft

Ambulante Tonsillotomie bewährt sich

Montag, 24. März 2014

München – Die ambulante Verkleinerung einer Tonsillenhyperplasie ist medizinisch und wirtschaftlich sinnvoll. Das berichten die Vertragsarbeitsgemeinschaft Bayern der Betriebskrankenkassen (BKK VAG) und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes. Danach zeigen 90 Prozent aller ambulanten Eingriffe zur Verkleinerung der Gaumenmandeln von Kindern auch zwei Jahre nach dem Eingriff sehr gute Therapieerfolge.

In Deutschland leiden bis zu fünf Prozent aller Kleinkinder im Alter von zwei bis sechs Jahren unter nichtinfektiösen vergrößerten Gaumenmandeln. Zum Teil leiden sie unter einer beeinträchtigten Atmung, einer nasale Aussprache, Schlafstörungen und Mittelohrproblemen bis hin zur Schwerhörigkeit.

KV und Betriebskrankenkassen haben in Bayern für einen ambulanten Eingriff zur Gaumenmandelverkleinerung eine „Zusatzvereinbarung Tonsillotomie“ geschlossen. Sie schließt neben dem ambulanten Eingriff drei weiterführende Nachbehandlungen und eine späte postoperative Rezidivkontrolle ein. Dabei halten die teilnehmenden HNO-Ärzte zwei Jahre nach der operativen Gaumenmandelverkleinerung im Rahmen elektronischer Dokumentationen Details zum Therapieerfolg fest.

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Diese Dokumentationen aus den Jahren 2010 bis 2013 haben BKKen und KV nun evaluiert. Mit den vergrößerten Gaumenmandeln einhergehende Symptome wie Schnarchen mit Atemaussetzern, Hörminderung, häufige Mittelohrinfekte und Erkältungen wurden danach nachhaltig gemildert. Auch die postoperative Entwicklung der Tonsillengröße haben die Ärzte nahezu ausschließlich positiv bewertet.

„Die ambulante Mandelteilentfernung ist nicht nur sanfter und weniger schmerzhaft für die jungen Patienten als die vollständige Mandelentfernung im Krankenhaus. Sie ist auch medizinisch wie wirtschaftlich ein voller Erfolg“, erklärte Pedro Schmelz, erster stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV. Bisher profitierten davon aber nur Versicherte gesetzlicher Krankenkassen, die dank einer Zusatzvereinbarung wie der von KVB und BKK VAG die Kosten für die Mandelverkleinerung übernähmen. Neben den Betriebskrankenkassen seien dies die Kaufmännische Krankenkasse und die Barmer GEK.

„Unsere Zusatzvereinbarung zur Tonsillotomie ist durchweg ein Fortschritt in der Versorgung: Kranken­haus­auf­enthalte und Volloperationen werden durch diesen organerhaltenden Eingriff vermieden. Das kommt sowohl den Patienten als auch der gesamten Versichertengemeinschaft zugute“, sagte Gerhard Fuchs, Vorsitzender des Vertragsausschusses der BKK VAG Bayern.

Auch der Landesvorsitzende Bayern des Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte, Bernhard Junge-Hülsing, zeigte sich von den Ergebnissen der späten postoperativen Rezidivkontrolle nach Tonsillotomien beeindruckt: „Die Analyse zeigt ganz klar Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der ambulanten Gaumenmandelverkleinerung bei der entsprechenden Indikation der nichtinfektiösen Tonsillenhyperplasie bei Kleinkindern“, sagte er. Er betonte, die Ergebnisse belegten auch den hohen Facharztstandard und die hervorragenden medizinischen Leistungen ambulant tätiger HNO-Ärzte.

© hil/aerzteblatt.de

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