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Medizin

Stress ein Grund für unerfüllten Kinderwunsch

Montag, 24. März 2014

dpa

Columbus – Zu viel Stress kann möglicherweise eine Schwangerschaft verhindern. In einer Studie in Human Reproduction (2014; doi: 10.1093/humrep/deu032) blieben Frauen mit den höchsten Alpha-Amylase-Werten im Speichel doppelt so häufig ungewollt kinderlos wie Frauen mit den niedrigsten Werten.

Die Produktion von Alpha-Amylase im Speichel wird vom sympathischen Nervensystem gesteuert. Stress führt zu erhöhten Werten. Der laborchemisch einfache Nachweis des Enzyms hat dazu geführt, dass ein Speicheltest auf Amylase häufig in Studien als Stress-Marker verwendet wird.

Courtney Denning-Johnson Lynch vom Wexner Medical Center in Columbus Ohio hat den Test an Teilnehmerinnen der Longitudinal Investigation of Fertility and the Environ­ment oder LIFE-Studie durchgeführt, die den Einfluss von Umwelt und Lebensstil auf die Fruchtbarkeit untersucht.

Alle Frauen hatten einen Kinderwunsch, doch 54 von 373 Frauen gelang es auch nach 12 Monaten nicht schwanger zu werden. Ein Grund könnte eine vermehrte Aktivität des sympathischen Nervensystems sein. Denn die Auswertung der Speichelproben, die die Frauen bei der Eingangsuntersuchung und am ersten Tag der Menses abgegeben hatten, ergab, dass die Frauen mit den höchsten Amylasewerten (oberstes Tertil) doppelt so häufig keine Schwangerschaft erzielten wie die Frauen mit den niedrigsten Werten (unterstes Tertil).

Eine Assoziation mit den Cortisol-Werten bestand nicht. Zu dem gleichen Ergebnis war Lynch bereits in einer früheren Studie an einer Kohorte britischer Frauen gekommen (Fertility and Sterility 2011; 95: 2184–2189). Auch dort korrelierte der Amylase- aber nicht der Cortisolwert mit der weiblichen Fruchtbarkeit.

Lynch betont, dass Stress sicherlich nicht der einzige Grund für einen unerfüllten Kinder­wunsch ist. Sie riet den Frauen, es mit Yoga, Meditation und anderen Entspannungs­techniken zu versuchen. Ein krampfhaftes Bemühen um eine Schwangerschaft könnte dagegen kontraproduktiv sein. © rme/aerzteblatt.de

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