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Medizin

WHO: Jeder achte Mensch stirbt an den Folgen der Luftverschmutzung

Dienstag, 25. März 2014

dpa

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt in einem neuen Report, dass im Jahr 2012 weltweit mehr als 7 Millionen Menschen - das wäre ein Achtel aller Todesfälle - an den Folgen der Luftverschmutzung gestorben sind. Die Zahlen stellen eine Verdopplung gegenüber früheren Schätzungen dar und würden bedeuten, dass die Luftverschmutzung das wichtigste Umweltrisiko für die Gesundheit ist.

Der Pressemitteilung zufolge hat die WHO die Emissionsdaten aus Satellitenaufnahmen, Bodenmessstellen, Modellberechnungen der Luftbewegungen und bekannten Emissions­daten mit den jüngsten Statistiken zu den Todesursachen in Beziehung gesetzt und dabei wohl die Ergebnisse von epidemiologischen Daten verwendet. Diese haben ergeben, dass verschiedene Umweltschadstoffe das Sterberisiko an Herz-Kreislauf-Eerkrankungen und Krebs erhöhen. Daraus lassen sich sogenannte attributable Risiken ableiten, die den Schätzungen der WHO zugrunde liegen dürften.

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Die Menschen sind der WHO zufolge keineswegs nur durch Schadstoffe in der Außenluft gefährdet. Wesentlich höher sei in vielen Regionen die Gefährdung durch Emissionen im Haushalt. Dies liegt daran, dass drei Milliarden Menschen ihr Essen an offenen Feuer­stellen zubereiten und ihre Wohnungen durch Öfen beheizen, in denen sie neben fossilen Brennstoffen wie Kohle auch Biomasse wie Holz, Dung oder Pflanzenreste verfeuern. Die dadurch freigesetzten Luftschadstoffe verkürzen die Lebenserwartung.

Die vorzeitigen Todesfälle werden laut WHO zu 34 Prozent durch Schlaganfälle, zu 26 Prozent durch ischämische Herzerkrankungen, zu 11 Prozent durch chronisch-obstruk­tive Lungenerkrankungen (COPD), zu 6 Prozent durch Lungenkrebs und zu 3 Prozent durch akute untere Atemwegserkrankungen von Kindern ausgelöst. Die WHO schätzt, dass weltweit 2012 etwa 3,8 Millionen Menschen an den Folgen der schlechten Luft­qualität in Innenräumen gestorben sind. Besonders gefährdet sind ärmere Frauen und Kinder, da sie sich häufig längere Zeit in Innenräumen aufhalten, als ihre erwerbstätigen Männer.

Weitere 3,7 Millionen Menschen sind der WHO zufolge 2012 an den Folgen hoher Schad­stoffbelastung der Außenluft ums Leben gekommen. Die WHO führt dies heute weniger auf Gase wie Stickstoffmonoxid oder Schwefeldioxid zurück als auf die Exposition mit Feinstaub (PM10), der über die Atemwege in den Körper eindringt und keineswegs nur die Lungen schädigt.

Der Report schätzt, dass jeweils 40 Prozent der durch die Verschmutzung der Außenluft verursachten Todesfälle auf ischämische Herzkrankheiten und Schlaganfälle entfallen. Auf die COPD entfallen 11 Prozent und auf Lungenkrebs 6 Prozent. Wie bei der Innenluft werden 3 Prozent durch akute untere Atemwegserkrankungen von Kindern ausgelöst.

Die schlechteste Luft atmen die Menschen in den WHO-Regionen Südost-Asien und Westpazifik ein. In diesen Regionen starben 2010 laut WHO 3,3 Millionen Menschen an den Folgen der hohen Schadstoffbelastung in der Innenluft und 2,6 Millionen Menschen an den Folgen der hohen Schadstoffbelastung in der Außenluft. Das sind 5,9 von weltweit insgesamt 7,5 Millionen durch Luftschadstoffe bedingte Todesfälle.

Für Maria Neira, die Direktorin der WHO-Abteilung für öffentliche Gesundheit und Umwelt, steht fest, dass es nur wenige Risiken gibt, die heute einen größeren Einfluss auf die Gesundheit haben, als die Luftqualität, die in vielen Ländern dringend verbessert werden müsse. © rme/aerzteblatt.de

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