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Medizin

Fehlbehandlung von Sepsis-Patienten in den USA

Mittwoch, 26. März 2014

Durham – Nach einer Studie an der Duke University könnte in den USA jeder dritte Sepsispatient keine oder eine falsche Antibiotikatherapie erhalten. Davon geht die Arbeitsgruppe um Deverick Anderson aus, die ihre Ergebnisse in PLOS ONE veröffentlicht hat (http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0091713 ).

Die Wissenschaftler konzentrierten sich in ihrer Auswertung auf die Situation in öffentlichen Krankenhäusern. Ein Großteil der verfügbaren Daten stamme aus Schwerpunktkrankenhäuser oder Häusern der Maximalversorgung, die Mortalität sei hier mit 35 Prozent hoch, so die Forscher.

Sie schlossen insgesamt 1.470 Patienten in ihre Studie ein, die zwischen 2003 und 2006 in North Carolina und Virginia in öffentlichen Krankenhäusern behandelt wurden. Die Krankenhäuser hatten eine durchschnittliche Größe von 151 Betten.

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Der größte Teil der Infektionen wurde vor der Krankenhauseinweisung durch invasive Maßnahmen, in Pflegeeinrichtungen oder vorangegangene Kranken­haus­auf­enthalte erworben (56 Prozent). Ein kleinerer Teil wurde nicht durch medizinische Versorgung erworben (28 Prozent). Der häufigste Erreger war Staphilokokkus aureus (28 Prozent), dicht gefolgt von Escherichia coli (24 Prozent).

Bei der Behandlung ergaben sich deutliche Probleme: 38 Prozent der Patienten erhielten laut den Wissenschaftlern eine für sie ungeeignete Antibiotikatherapie. Besonders Patienten, die ihre Infektion durch medizinische Interventionen, in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus erwarben und nur wenige Komorbitäten hatten, waren gefährdet, eine ungeeignete Therapie zu erhalten. Erschwerend kam hinzu, dass sich 23 Prozent aller Patienten mit einem multiresistenten Keim infiziert hatten, der eine empirische Therapie oft unmöglich machte.

Laut der Arbeitsgruppe sollten Ärzte bei der Auswahl der antibiotischen Therapie darauf achten, wo der Patient die Infektion erworben hat und ob Komorbiditäten vorliegen, da dies mögliche Risikofaktor für eine falsche empirische Antibiotikatherapie seien. Die Gründe für dieses Risikoprofil konnten die Forscher nicht sicher identifizieren. Die gefährdete Patientengruppe zeigte jedoch häufiger ein weniger akutes Krankheitsbild, sodass möglicherweise zu oft keine oder nur eine zurückhaltende Antibiotikatherapie erfolgte, so die Wissenschaftler

© hil/aerzteblatt.de

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