Medizin

Intellektuelle Berufe halten den Geist im Alter wach

Montag, 31. März 2014

Ann Arbor – Menschen mit mental anspruchsvollen Jobs mögen während des Arbeits­lebens häufiger unter Stress stehen, der Lohn könnte jedoch in einem verminderten kognitiven Abbau im Alter bestehen, wie US-Forscher im Journal of Occupational Health Psychology (2014; doi: 10.1037/a0035724) berichten.

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Die Sozialforscherin Gwenith Fisher von der Universität von Michigan (U-M) in Ann Arbor greift in ihrer Untersuchung auf die Daten der U-M Health and Retirement Study zurück, die alle zwei Jahre eine Gruppe von 20.000 älteren US-Amerikanern zu ihren Lebens­umständen befragt. Vor und nach der Pensionierung wurden auch Funktionstests zum episodischen Gedächtnis oder zu den kognitiven Fähigkeiten durchgeführt.

Deren Ergebnisse setzte Fisher bei 4.182 Teilnehmern, die über 25 Jahre im gleichen Job gearbeitet hatten, mit den intellektuellen Anforderungen im Arbeitsleben in Bezie­hung. Bewertet wurde, ob die Arbeitnehmer während ihres Berufslebens Daten analysieren, Ziele und Strategien entwickeln, Entscheidungen treffen, Probleme lösen, Informationen bewerten oder kreativ denken mussten.

Die Arbeiter in den Jobs mit mentalen Herausforderungen waren bei Erreichen des Pensionsalters geistig beweglicher und sie schnitten in den kognitiven Tests besser ab als Arbeitnehmer mit einfacheren Tätigkeiten. Sie blieben auch in späteren Tests geistig fitter. Die Unterschiede zu den Arbeitern mit einfacheren Tätigkeiten nahmen im Pensionsalter sogar zu, berichtet Fisher.

Die Forscherin kann nicht ausschließen, dass Menschen mit höherer Intelligenz häufiger die Jobs mit höheren mentalen Anforderungen besetzen, auch wenn ihre Analyse die Faktoren Ausbildung und Einkommen berücksichtigt. Fisher hält es deshalb für möglich, dass die Arbeitnehmer im Job mentale Fähigkeiten trainieren, von denen sie dann im Alter profitieren. Hobbys könnten ihrer Ansicht nach eine gleiche Wirkung haben.

© rme/aerzteblatt.de

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