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Charité weist auf Therapieprojekt gegen sexuellen Kindesmissbrauch hin

Donnerstag, 27. März 2014

Berlin – Rund 3.200 Hilfesuchende haben sich in den vergangenen neun Jahren an das Therapieprojekt gegen sexuellen Kindesmissbrauch „Kein Täter werden“ gewandt. Gegründet 2005 beteiligen sich mittlerweile sieben weitere Ambulanzen an der Arbeit.

„Pädophilie ist nicht heilbar“, sagte Klaus Beier, der Leiter des Projekts und des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité in Berlin. Die sexuelle Präferenz für das kindliche Körperschema werde den meisten Betroffenen in der Pubertät deutlich und bleibe meist lebenslang bestehen. „Die Neigung lässt sich also nicht wegthera­pieren, aber sie ist behandelbar“, so Beier.

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Durch eine Therapie könnten Pädophile lernen, ihr Verhalten zu kontrollieren und Strategien zum Vermeiden von Übergriffen zu befolgen. „Die Botschaft lautet: Du bist nicht schuld an deiner sexuellen Neigung, aber du bist verantwortlich für dein Verhalten. Es gibt Hilfe. Werde kein Täter!“, erläutert der Sexualmediziner. Die Therapie sei direkte Primärprävention. Missbrauchsbegünstigende Einstellungen und Verhaltensweisen könnten durch die Therapie – zum Teil mit medikamentöser Unterstützung – erheblich gesenkt und dadurch sexuelle Übergriffe verhindert werden.

Die Therapie findet wöchentlich in Gruppen und bei Bedarf auch in Einzelgesprächen oder mit Angehörigen statt. Außer in Berlin gibt es inzwischen auch in Kiel, Regensburg, Leipzig, Hannover, Hamburg, Stralsund und Gießen entsprechende Ambulanzen. Weitere Anlaufstellen sind geplant. „Ziel ist es, den Empfehlungen des „Runden Tischs Sexueller Kindesmissbrauch“ der Bundesregierung zu folgen und das Netzwerk bundesweit zur Prävention sexueller Traumatisierungen von Kindern und Jugendlichen zu etablieren“, sagte Beier.

Sexueller Kindesmissbrauch ist häufig: Nach Angaben des Berliner Instituts werden neun Prozent aller Mädchen und drei Prozent aller Jungen Opfer einer solchen Straftat. © hil/aerzteblatt.de

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