Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Ministerium: Präventionsgesetz soll sich an Lebenswelten ausrichten

Donnerstag, 27. März 2014

Köln – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium will im Frühsommer Eckpunkte für ein Präven­tionsgesetz vorlegen. Das hat die parlamentarische Staatssekretärin im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, Ingrid Fischbach, gestern in Düsseldorf angekündigt. Das Ministerium wolle zunächst die Ergebnisse der zweiten Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) abwarten, die im Mai vorgelegt werden sollen, erklärte Fischbach bei einem Symposium der Ärztekammer Nordrhein zum Thema „Von Anfang an – gemeinsam für Prävention und Gesund­heits­förder­ung bei Kindern und Jugendlichen“.

Mit der KiGGS-Studie erhebt das Robert Koch-Institut bundesweit repräsentative Daten zur Gesundheit der unter 18-Jährigen. Die Kinder und Jugendlichen der ersten KiGGS-Studie, die von 2003 bis 2006 gelaufen ist, werden bis ins Erwachsenenalter begleitet. Fischbach erklärte, die Erkenntnisse aus der ersten Studie hätten der Bundesregierung als Basis für ihre Präventionsstrategie gedient. Die Ergebnisse der Folgestudie wolle man jetzt auch zur Evaluation bisher getroffener Maßnahmen nutzen.

Das geplante Präventionsgesetz solle sich an den Lebenswelten der Betroffenen ausrichten, betonte Fischbach. Mit Blick auf Kinder und Jugendliche seien das unter anderem Kindertagesstätten und Schulen. Auch Kinder- und Jugendärzte sollten ihre Vorstellungen im Gesetzgebungsverfahren einbringen können, erklärte die Staats­sekretärin. „Prävention ist nichts, was das Ge­sund­heits­mi­nis­terium allein realisieren kann.“ Dazu benötige man einen ganzheitlichen Ansatz, der neben den medizinischen Aspekten auch gesellschaftliche Chancengleichheit und ein konstantes Gesundheitsmonitoring beinhalte.

Der KiGGS-Studie zufolge treten schwere Infektionskrankheiten als Risikofaktoren für Kinder und Jugendliche zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen nehmen chronische Erkrankungen wie Allergien oder psychische Auffälligkeiten zu. Besonderen Gesundheits­risiken seien Kinder aus sozial benachteiligten Familien ausgesetzt, erklärte Fischbach. Viele Störungen hätten ihre Ursache zudem in einer unzureichenden Förderung im frühen Lebensalter. „Deshalb bin ich froh, dass wir heute auch über Frühförderung sprechen“, sagte die Staatssekretärin. Das solle auch Teil des Präventionsgesetzes werden.

In der vergangenen Legislaturperiode war die Bundesregierung aus Union und FDP mit ihrem Vorhaben für ein Präventionsgesetz gescheitert. Die schwarz-rote Bundes­regierung hat sich jetzt im Koalitionsvertrag erneut zum Ausbau von Gesund­heits­förder­ung und Prävention bekannt. © HK/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

15.09.17
Verhältnisprävention an Schulen und Kitas: BMG will „Projektitis“ beenden
Berlin – Deutschlandweit initiieren Universitäten, Turnverbände, Wandervereine, Krankenkassen, Organisationen und viele mehr Projekte zur Verhältnisprävention an Schulen und Kitas. Das Ziel lautet:......
08.09.17
Baden-Württemberg kürzt Mittel für Präventionsprojekte gegen Alkoholmissbrauch
Heilbronn – Baden-Württemberg gibt einem Medienbericht zufolge 2017 deutlich weniger Geld für Präventionsangebote gegen Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen aus. Grün-Schwarz wird die Fördermittel von......
24.08.17
Studie sieht enormes Einsparpotenzial durch mehr Prävention
Berlin – Die „Verjüngung“ der Gesamtbevölkerung um ein Jahr etwa durch Prävention könnte die Kosten im deutschen Gesundheitswesen um rund zehn Milliarden Euro reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt die......
22.08.17
Große Unterschiede bei Kassenzuschüssen für Gesundheitskurse
Berlin – Bei den Zuschüssen der Krankenkassen für Gesundheitskurse gibt es große Unterschiede. Die Spanne liegt zwischen 150 und 600 Euro im Jahr. Das zeigt ein Vergleich von 25 großen Kassen in der......
17.08.17
Prävention hat für Deutsche hohen Stellenwert
Berlin – Gesundheitlich geht es den Deutschen gut. Mehr als zwei Drittel schätzen ihren eigenen Gesundheitszustand als „gut“ (39 Prozent), „sehr gut“ (20 Prozent) oder sogar „ausgezeichnet“ (neun......
04.08.17
Pflegekräfte brauchen Gesundheits­prävention
München – Pflegekräfte haben einer Umfrage zufolge einen großen Bedarf an Gesundheitsprävention. Das ist das Ergebnis einer von Gesundheitsforschern der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)......
31.07.17
Hörverlust: Trotz lauter Musik hören Jugendliche weiterhin gut
Los Angeles/San Francisco – Jugendliche hören heute mehr laute Musik über Kopfhörer als sie dies noch 1988 taten. Entgegen früheren Studien soll das Gehör darunter jedoch nicht akut leiden. Zumindest......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige