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Medizin

Fachgesellschaft informiert über neue Hepatitis-C-Therapie

Freitag, 28. März 2014

Berlin – Neue Behandlungsstrategien für Patienten mit Hepatitis C hat die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) herausgegeben. Angesichts des neuen Wirkstoffs Sofosbuvir könnten die bisher üblichen Therapien nicht mehr als Standard gelten, so die Experten der Fachge­sellschaft.

„Die Zulassung von Sofosbuvir hat das Behandlungsspektrum bei Hepatitis C deutlich erweitert“, erklärte Michael Manns, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Mit dem neuen Medikament würden bei der Behandlung von Erkrankungen mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) vom Genotyp 1 deutlich mehr Patienten auf die Therapie ansprechen – bei gleichzeitig verkürzter Therapiedauer.

Die noch in diesem Jahr erwartete Zulassung der Wirkstoffe Simeprevir, Faldaprevir und Daclatasvir wird die Therapie laut der DGVS noch einmal entscheidend verbessern. „Diese Substanzen ermöglichen erste Interferon-freie Therapiekombinationen für alle Genotypen“, erklärt Manns. Darüber hinaus würden im Laufe des Jahres 2014 weitere Interferon-freie Kombinationstherapien mit hoher Wirksamkeit zugelassen.

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„In Anbetracht der zukünftigen Therapieoptionen sollten Ärzte und Patienten gemeinsam abschätzen, wie dringlich eine antivirale Therapie ist und dabei die potenziellen Neben­wirkungen und Erfolgschancen berücksichtigen“, sagte DGVS-Vorstandsmitglied Stefan Zeuzem, Direktor der Medizinischen Klinik 1 am Universitätsklinikum Frankfurt am Main.

Vor allem bei Patienten mit einer Infektion mit den HCV-Genotypen 1, 3, 4, 5 und 6, die nicht an einer Leberzirrhose erkrankt sind, sei es sinnvoll aufgrund der guten Verträglichkeit und den zu erwartenden hohen Erfolgsraten, die Verfügbarkeit von Interferon-freien Therapieoptionen in naher Zukunft zu bedenken.

Bei Patienten mit einer Genotyp 2-Infektion sei hingegen keine wesentliche Steigerung der Heilungsraten oder der Verträglichkeit durch die Zulassung weiterer Substanzen zu erwarten. Die DGVS kündigte an, ihre Empfehlungen im Takt der neuen Zulassungen zu aktualisieren und zu veröffentlichen.

© hil/aerzteblatt.de

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