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Männergesundheit: Lebenserwartung könnte gesteigert werden

Freitag, 28. März 2014

dpa

Berlin – Männer und Frauen unterscheiden sich in Bezug auf Erkrankungshäufigkeiten, Wahrnehmung und Kommunikation von Symptomen sowie im gesundheitsrelevanten Verhalten und bei der Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten. Das wurde heute in Berlin beim zweiten gemeinsamen Männergesundheitskongress der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Bundesministeriums für Gesundheit deutlich.

„Studien zeigen: Männer konsumieren häufiger Alkohol und Drogen, haben ein höheres Unfallrisiko und nutzen seltener Präventionsangebote. Auch auf diese geschlechterspezifischen Herausforderungen wollen wir mit dem geplanten Präventionsgesetz eine Antwort geben“, erklärte Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, bei der Kongresseröffnung.

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Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), wies auf das Internetangebot www.maennergesundheitsportal.de hin. Dort bietet die BZgA qualitätsgesicherte und neutrale Gesundheitsinformationen für Männer. Es sei wichtig, männerspezifische Gesundheitsbotschaften in den Mittelpunkt zu rücken. „Wir müssen Angebote schaffen, die Männer alltagsnah ansprechen und die dazu beitragen, das Gesundheitswissen von Männern zu verbessern. Hier nimmt das Internet eine wichtige Funktion ein, da über 80 Prozent der Männer im Internet surfen“, sagte Pott.  Mittlerweile habe die Seite bereits 90.000 Zugriffe pro Monat.

In der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) werde das Thema Männer­gesundheit kontinuierlich bearbeitet, berichtete Pott. Sichtbar sei, dass die Lebens­erwartung von Männern und Frauen seit Jahrzehnten ansteige. Aktuell betrage sie für Männer 77,7 Jahre und sei damit fünf Jahre geringer als die der Frauen (82,7 Jahre).

Männer leben ungesünder
Der GBE zufolge sind mehr Männer als Frauen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Dabei ist die koronare Herzkrankheit (KHK) das vorherrschende Krankheits­bild. Im Jahr 2012 waren 15,9 % aller Sterbefälle bei Männern auf eine KHK zurückzu­führen, bei Frauen waren es 13,7%. Feststellbar ist zudem, dass einige der als vermeid­bar geltenden Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Bereich des Gesund­heitsverhaltens, wie  Rauchen und ungesunde Ernährungsgewohnheiten, bei Männern häufiger sind als bei Frauen.

Insgesamt erkranken auch etwas mehr Männer als Frauen an Krebs. Im Jahr 2010 lag die geschätzte Anzahl der Neuerkrankungen für Männer bei 252.390, für Frauen bei 224.910. Insbesondere  beim Bronchialkarzinom ist die geschätzte Zahl der Neuerkran­kungen und Sterbefälle bei Männern im Jahr 2010 doppelt so hoch gewesen wie die der Frauen (Neuerkrankungen: Männer 35.040, Frauen 17.030; Sterbefälle: Männer 29.381, Frauen 13.627). Es ist bei Männern weiterhin mit Abstand die häufigste Krebstodes­ursache mit knapp einem Viertel (24,9%) aller Krebssterbefälle (bei Frauen 13,6%).

Auch von Unfällen sind Männer häufiger und schwerer betroffen als Frauen. Das höchste Risiko tragen junge Männer: Jeder fünfte Mann im Alter von 18 bis 29 Jahren hat einmal im Jahr einen Unfall und wird deshalb ärztlich behandelt (Frauen 16,1%).

Männer leiden zudem häufiger an Suchterkrankungen, aber seltener an anderen psychischen Störungen ( Alkoholabhängigkeit: Männer: 4,8 %, Frauen: 2,0 %). Eine der diskutierten Erklärungsmöglichkeiten für die geschlechtsspezifischen Unterschiede bezieht sich auf die bisher zur Verfügung stehenden Screeninginstrumente, die typisch männliche Symptome schlechter erfassen.

Somit werden starke Stressbelastungen oder Depressionen bei Männern in Deutschland seltener diagnostiziert als bei Frauen. Suizide sind bei Männern dreimal so hoch wie bei Frauen. Fast 75 Prozent aller Selbsttötungen ereignen sich bei Männern und fast jeder 50. Todesfall eines Mannes ist ein Suizid. © ER/aerzteblatt.de

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