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Medizin

Computertomographie schließt diagnostische Lücken bei Gicht

Montag, 31. März 2014

Rochester – Eine Computertomographie könnte bei der Gichtdiagnostik ein effektives Mittel sein, falschnegative Ergebnisse bei Gelenkpunktionen auszuschließen. Die Forscher um Tim Bongartz an der Mayo Clinic Rochester berichten über entsprechende Ergebnisse in Annals of the Rheumatic Diseases.

Gicht ist eine mögliche Folgeerkrankung bei erhöhten Harnsäurespiegeln. Die über­schüssige Harnsäure lagert sich in Form von Uratkristallen in den Gelenken ab und führt zu Entzündungen und äußerst schmerzhaften Gichtanfällen. Für gewöhnlich ist die Diagnose durch das klinische Bild und die erhöhte Harnsäure nicht problematisch.

Dennoch kann in einigen Fällen die Abgrenzung von einer rheumatoiden Arthritis und anderen inflammatorischen Gelenkerkrankungen schwierig sein. Durch eine Gelenks­punktion sind im Falle der Gicht die Uratkristalle direkt nachweisbar. Falschnegative Ergebnisse können jedoch zu Fehldiagnosen führen. Diese diagnostische Lücke könnte nach Ansicht der Wissenschaftler ein CT schließen.

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40 Patienten mit einer aktiven Gicht und 41 Patienten mit anders diagnostizierten inflammatorischen Gelenkerkrankungen erhielten im Rahmen der Diagnostik eine Gelenkpunktion und ein CT.

CT mit einer Sensitivität von 90 Prozent
Durch ein CT war eine Gichterkrankung mit einer Sensitivität von 90 Prozent diagnos­tizierbar. Probleme bereitete die CT-Diagnostik in erster Linie bei Patienten, die einen neu aufgetretenen Gichtanfall hatten. Von den 41 Patienten, die negative Testergeb­nisse bei der Gelenkspunktion hatten, zeigten sieben auf der CT-Aufnahme Anzeichen für Ablagerungen von Uratkristallen im betroffenen Gelenk.

In einer dritten Studienkohorte mit 30 Patienten, die an einer inflammatorischen Gelenk­erkrankung litten und Risikofaktoren für Gicht hatten, konnten die Forscher via CT bei 14 von 30 Patienten Uratablagerungen im betroffenen Gelenk feststellen. Die Ärzte punktierten bei zwölf Patienten unter sonographischer Kontrolle das betroffene Gelenk und konnten so in elf Fällen Urate nachweisen.

Die Forscher weisen darauf hin, dass das CT nicht als primäre Diagnostik bei der Gicht geeignet ist. Insbesondere bei erstmals aufgetretenen Gichtanfällen sei das CT nicht sensitiv genug. In der differenzialdiagnostischen Abklärung könne es jedoch wertvolle Hinweise liefern und die Zahl der Fehldiagnosen vermindern, so die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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