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England: Public Health Budget wandert nur teilweise ins Gesundheitswesen

Freitag, 4. April 2014

London – Die englischen Grafschaften investieren öffentliche Gesundheitsgelder häufig in andere Haushaltsprojekte. Das berichtet Gareth Lacobucci, Journalist der BMJ Group, in einem Feature des British Medical Journal (http://dx.doi.org/10.1136/bmj.g2274).

2012 erfolgte mit dem Health and Social Care Act eine der größten Reformen des steuerfinanzierten Gesundheitssystems in Großbritannien. Ein Ziel der Reform war, ein freieres und wettbewerbsorientiertes Gesundheitssystem zu schaffen, welches dem steigenden Kostendruck standhalten soll.

Der National Health Service legte im Zuge dessen einen Großteil seiner Aufgaben, Dienstleistungen und Gelder in die Hand der County Councils (Grafschaftsräte). Obwohl das Parlament im Angesicht der Umstrukturierung eine Erhöhung der öffentlichen Gesundheitsgelder bewilligte, sahen sich die Grafschaftsräte zeitgleich mit Budgetein­sparungen in anderen nicht medizinischen Bereichen konfrontiert, berichtet Lacobucci.

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Die Forscher befragten die 152 Grafschaftsräte, wie sie die seit April 2013 erhaltenen Gelder für Gesundheit investiert haben und wie die Investitionspläne für das kommende Jahr seien. Von den 142 antwortenden Räten berichteten rund die Hälfte, dass sie Kürzungen hinnehmen mussten, rund ein Drittel (45) haben explizit Angebote („Health Services“) in der Region gestrichen.

Mit den so eingesparten Geldern haben die Grafschaftsräte aber offenbar auch fachfremde Bereiche gegenfinanziert, zum Beispiel den Wohnungsbau, das Sozialwesen, öffentliche Dienste und Freizeitanlagen. Ehemals vom Allgemeinhaushalt finanzierte Projekte wie Stillorganisationen für junge Mütter, Präventionsprogramme für Kleinkinder oder Hilfsstellen für häusliche Gewalt würden ebenfalls aus den Töpfen der öffentlichen Gesundheitsgelder finanziert. Die Grafschaftsräte begründeten dies damit, dass auch diese Bereiche als Teil des Gesundheitswesens angesehen werden müssten.

Durch die Einsparung der Gelder kam es laut BMJ in einigen Einrichtungen zu Personal­kürzungen. Folglich schwinde das Vertrauen der Mitarbeiter in den öffentlichen Gesundheitsdienst.

Einer früheren Untersuchung des BMJ zufolge fanden gerade einmal 45 Prozent, dass die Gelder für öffentliche Gesundheit sinnvoll investiert wurden, während rund die Hälfte davon ausging, dass die Gelder zum Stopfen von Haushaltslöchern missbraucht wurden. © hil/aerzteblatt.de

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