NewsPolitikAb heute gelten neue Regeln für Hausarztverträge und Arzneimittel
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Ab heute gelten neue Regeln für Hausarztverträge und Arzneimittel

Dienstag, 1. April 2014

Berlin – Änderungen bei der Arzneimittelversorgung und bei den Hausarztverträgen bringt das 14. Gesetz zur Änderung des fünften Sozialgesetzbuches, das heute in Kraft tritt. „Mit dem Gesetz halten wir die Arzneimittelkosten in Schach. Das spart der gesetz­lichen Kran­ken­ver­siche­rung und damit den Beitragszahlern rund 650 Millionen Euro im Jahr. Außerdem schaffen wir attraktive Bedingungen für Hausarztverträge und tragen so zu einer guten Versorgung mit Hausärzten bei“, kommentierte Bundesgesundheits­minister Hermann Gröhe die Änderungen.

Bei der hausarztzentrierten Versorgung hat die Politik eine lange Forderung der Ärzte erfüllt und die sogenannte Refinanzierungsklausel im Paragraf 73 b Absatz 5a des fünften Sozialgesetzbuches gestrichen. „Das ist ein wichtiger Schritt der Politik, um die hausarztzentrierte Versorgung allen Versicherten in Deutschland zugänglich zu machen“, lobte Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes im Februar dieses Jahres.

Weigeldt begrüßte außerdem, dass die strukturierten Behandlungsprogramme (Disease Management Programme, DMPs) künftig Bestandteil der Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung sein können. Erste Erfahrungen haben laut dem Verband gezeigt, dass sich die DMPs unkompliziert und erfolgreich in die HZV-Verträge einbinden lassen.

Anzeige

Die Politik hat die Refinanzierungsklausel aber nicht ersatzlos gestrichen: Die Vertragspartner der Hausarztverträge sollen Wirtschaftlichkeitskriterien vereinbaren und deren Einhaltung vier Jahre nach Wirksamwerden des Vertrages nachweisen.

Durch das Gesetz hat die Politik außerdem das sogenannte Preismoratorium für Arzneimittel, das seit August 2010 gilt, bis Ende 2017 verlängert. Ausgenommen davon werden Arzneimittel, für die Festbeträge gelten. Der Herstellerabschlag in Form eines Mengenrabatts wird von sechs auf sieben Prozent angehoben, mit Ausnahme der patentfreien, wirkstoffgleichen Arzneimittel. Vielkritisiert ist eine weitere Regelung des Gesetzes: Arzneimittel, die bereits vor dem 1. Januar 2011 im Verkehr waren – der sogenannte Bestandsmarkt – werden von der Nutzenbewertung freigestellt, weil der Verwaltungsaufwand dafür zu groß sei. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

1. August 2019
Berlin – Nur jedes fünfte Rabattarzneimittel ist ganz oder teilweise von der gesetzlichen Zuzahlung befreit. Vor einem Jahr war noch jedes vierte Rabattarzneimittel zuzahlungsfrei. Das berichtet die
Zahl der zuzahlungsbefreiten Rabattarzneimittel rückläufig
1. Juli 2019
Berlin – Der Sozialrechtler Stefan Huster von der Universität Bochum (RUB) wird von Juli 2019 bis Juni 2023 an der Spitze der AMNOG-Schiedsstelle stehen. Darauf haben sich der GKV-Spitzenverband und
Huster löst Wasem an Spitze der AMNOG-Schiedsstelle ab
26. Juni 2019
Berlin – Ob die einheitlichen Abgabepreise für verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland künftig auch wieder für ausländische Versandapotheken gelten, wird in Europa entschieden. Das sagte
Apotheker bangen um einheitliche Preise für rezeptpflichtige Arzneimittel
24. Juni 2019
Berlin – Eins von vier rezeptfreien Arzneimitteln ist Stiftung Warentest zufolge nicht empfehlenswert. Darunter sind auch bekannte Mittel und viele Kombipräparate mit mehreren Inhaltsstoffen. „Nur
Stiftung Warentest bewertet viele rezeptfreie Medikamente als nicht empfehlenswert
19. Juni 2019
Berlin – Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) spart jedes Jahr rund 8,2 Milliarden Euro durch Arzneimittelfestbeträge. Das hat der GKV-Spitzenverband heute anlässlich des 30-jährigen Bestehens
Festbeträge bringen gesetzlicher Kran­ken­ver­siche­rung Milliardeneinsparung
24. Mai 2019
Berlin/Genf – Für Streit zwischen der Bundesregierung und verschiedenen Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Brot für die Welt und anderen sorgt eine Resolution für mehr Transparenz bei den
Streit um WHO-Resolution für mehr Transparenz bei Arzneimittelkosten
10. Mai 2019
Washington – Pharmafirmen in den USA müssen künftig in der Fernsehwerbung für ihre Produkte auch den Preis nennen. US-Präsident Donald Trump nannte die neue Vorschrift, die in 60 Tagen in Kraft tritt,
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER