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Medizin

Krebstherapie: Herkömmliche und neue Therapieverfahren kombinieren

Mittwoch, 2. April 2014

Wiesbaden – In der Kombination herkömmlicher und neuer personalisierter Therapie­verfahren liegt das größte Zukunftspotenzial bei der Krebstherapie. Das berichtet der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, Otmar Wiestler, im Vorfeld des 120. Internistenkongresses in Wiesbaden.

Er wies daraufhin, dass die genetischen Auslöser von Tumorerkrankungen oft sehr unterschiedlich seien. Deutlich werde dies am Beispiel von Brustkrebs-Patientinnen: Der Wirkstoff Herceptin wirke bei jeder vierten Betroffenen und stoppe das Wuchern der entarteten Zellen – bei den anderen Frauen zeige diese Therapie jedoch keine Wirkung.

Personalisierte Krebsmedizin biete Patienten die Therapien, die an der Ursache ihrer Erkrankung angriffen und dort wirkten. Möglich machten dies Genomsequenzierungen, die eine Analyse des kompletten Erbguts erlaubten. „Mit dieser Methode können wir erkennen, ob eine bestimmte Behandlung anschlägt oder nicht. Denn Tumorzellen sind sehr anpassungsfähig und entziehen sich auf diese Weise auch Therapien“, erklärt Wiestler, der auch Sprecher des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung ist. Das gezielte medikamentöse Vorgehen verschone Patienten vor starken Nebenwirkungen und nicht wirksamen und damit überflüssigen Behandlungen.

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Eine Genomsequenzierung ist derzeit noch mit Kosten von etwa 5.000 Euro verbunden – Experten rechnen jedoch damit, dass diese künftig deutlich sinken werden.

Die Kombination herkömmlicher und neuer personalisierter Verfahren könnte es ermöglichen, „bösartige und erst in einem späten Tumorstadium diagnostizierte Krebserkrankungen über längere Phasen zu kontrollieren und in ein chronisches, beherrschbares Stadium der Erkrankung zu überführen“, sagte Wiestler. © hil/aerzteblatt.de

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